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4.25. Fest- und Weihespiele der Zwischenkriegszeit (Karl Müller)

Tipp

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4.25.1. „St. Michael, führe uns!“

Zwischen 1918 und 1938 erfuhr eine Fest- und Weihespielkultur – in allen politischen Lagern – einen großen Aufschwung. Ähnliche ästhetische Konstruktionen, aber unterschiedliche Ziele sind dabei festzustellen. Die österreichische Arbeiterbewegung entwickelte seit 1918 etwa einen sozialistischen Festkalender, in dem das Theatrale nicht fehlte und der mit dem Anspruch auftrat, vom „Neuen Menschen“ getragen zu sein und diesen zu gestalten.

Seit den Jahren 1933 und 1934 brachen im Dritten Reich und im autoritären österreichischen Ständestaat die Hoch- und Heil-Zeiten der literarischen und theatralen Fest- und Weiheprodukte in Form panegyrischer (lobrednerischer) Dichtung, deutsch-völkischer und vaterländischer Sprechchöre, in Form herrschafts-verklärender Szenen und geschichtsmetaphysisch getränkter Spiele an. Es wurde nicht an seelensanierenden und massenmobilisierenden Attraktionselementen gespart, um „die gewaltige Geisterschlacht des Jahrhunderts“ im Sinne des „Volksganzen“ beziehungsweise des neuen „christlich-ständisch-autoritären“ Reiches, errichtet „im Namen Gottes des Allmächtigen“, endgültig entscheiden zu können, wie man meinte. Im nachstehend als PDF abrufbaren Langtext werden das Weihespiel „St. Michael, führe uns!“ (1933) von Rudolf Henz und „Das Lamprechtshausener Weihespiel“ des NS-Politikers und Autors Karl Springenschmid im historischen Kontext und hinsichtlich ihrer Wirkungen analysiert.

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