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4.3. Sankt Nikolaus und Co. Über heilige und unheilige Gabenbringer zur Weihnachtszeit (Ingrid Loimer-Rumerstorfer)

4.3.1. Kurztext[811]

4.3.1.1. Weihnachtliche Gabenbringer

Zur Weihnachtszeit machen sich unzählige Gabenbringer verschiedener Herkunft zu den Kleinen und Großen auf den Weg. Der heilige Nikolaus betritt mit Bischofsmütze und Hirtenstab das Haus, lobt die „folgsamen“ Kinder und füllt ihnen Schuhe und Teller. Anderswo bringt der weißbärtige Weihnachtsmann im Kapuzenmantel oder das geheimnisvolle Christkind die Geschenke.

Vom Nordpol aus begibt sich Santa Claus mit seinem Rentierschlitten auf die Reise und zwängt sich trotz seiner Leibesfülle durch den Kamin, um die Strümpfe zu füllen. Auch Väterchen Frost oder Knecht Ruprecht, der neben „Äpfel, Nuss und Mandelkern“ eine Rute bei sich trägt, werden als Gabenbringer genannt. Neben den männlichen Gabenbringern sind zur Weihnachtszeit auch weibliche wie die Frau Percht und die Lutzelfrau oder tierische Gestalten wie das Goldene Rössl bekannt.

4.3.1.2. Nikolaus und Christkind

Sankt Nikolaus ist der größte Heilige der Ostkirche. Sein Gedenktag am 6. Dezember erinnert an zwei Kirchenmänner des frühen Christentums: an den Bischof von Myra und den Abt von Sion. Um den Heiligen ranken sich diverse Legenden, so hat er mit seinen Gaben drei Jungfrauen ein ehrbares Leben ermöglicht, auch hat er drei ermordete Knaben zu neuem Leben erweckt. Der Heilige wird unter anderem als Schutzpatron der Schüler verehrt.

An die Stelle des Gaben bringenden Nikolaus trat auf Wunsch Martin Luthers, der die Heiligenverehrung ablehnte, am Geburtsfest Jesu Christi der „Heilige Christ“. Dieser Gabenbringer wurde von Erwachsenen und Kindern dargestellt und hat als „Christkind“ – trotz des protestantischen Ursprunges – allmählich die Akzeptanz der Katholiken gefunden. Seither bringt sowohl der Nikolaus am 6. Dezember als auch das Christkind zu Weihnachten Geschenke.

4.3.2. Langtext[812]

„Mama, schau, der Nikolaus!“, ruft ein kleiner Bub und zeigt aufgeregt auf eine weißbärtige Gestalt, die in einem langen Kapuzenmantel durch die Salzburger Getreidegasse geht. „Das ist der Weihnachtsmann“, verbessert ihn die Mutter, „der bringt dir etwas Schönes, wenn du brav bist.“ – „Bei uns zu Hause heißt er Knecht Ruprecht“, meint eine deutsche Urlauberin. Touristen aus den USA fotografieren ihn als „Santa Claus“, während sich eine russische Reisegruppe über das Erscheinen von „Väterchen Frost“ wundert. Wer ist der gütige Alte mit dem Wattebart wirklich? Versuchen wir, ein „Who’s who?“ der geheimnisvollen weihnachtlichen Gabenbringer zusammenzustellen, und beginnen wir damit im deutschen Sprachraum.

Hier treffen wir auf eine überraschend große Zahl maskierter Gestalten, die zu Winterbeginn mit ihren Gaben unterwegs sind[813]; menschliche und tierische Figuren treten auf, männliche und weibliche, vorchristliche und christliche. Der heilige Nikolaus gehört zu ihnen, aber auch die Lutzelfrau, der Pelzmärte, das Goldene Rössl und das Christkind[814]. Den ältesten Belegen zufolge – sie reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück – erschienen die ersten Gabenbringer früher schon um den Martinstag im November, wenn es zu schneien begann; die letzten sind auch jetzt noch bis zum Dreikönigstag, dem Fest der Epiphanie, auf ihrem Weg. Ihre Gaben waren ursprünglich als Sinnbilder für langes Leben, Gesundheit und Fruchtbarkeit gedacht und bestanden in Gebildbroten, Früchten („Äpfel, Nuss und Mandelkern“) und in einer „Lebensrute“ oder einem geschmückten grünen Bäumchen. Mit ihnen wollte man in den dunkelsten Wochen des Jahres die heranwachsende Generation vor Hunger, Krankheit und vor dem verderblichen Einfluss der umherziehenden Totengeister schützen.

Als im Lauf der Jahrhunderte die Gaben vielfältiger wurden – Kinder aus oberen Gesellschaftsschichten bekamen allerlei Zuckerwerk, kleine Spielsachen, Bücher, Schreibzeug, Kleider und auch Geldmünzen –, verloren zwar die alten sinnbildhaften Geschenke an Bedeutung, sie gehören aber bis heute zu den erhofften Gaben. Die „Lebensrute“, die doch ein Segenszweig ist, machte einen völligen Bedeutungswandel durch, weil sie als Zuchtrute für schlimme Kinder gebraucht wurde; gute Gaben waren demnach nur mehr für folgsame Kinder bestimmt. Dieser Wandel stellte fortan auch die Gabenbringer in den Dienst der Erziehung und machte sie zu belohnenden oder bestrafenden Wesen. Manche unter ihnen, die zunächst helle und geheimnisvoll dunkle Eigenschaften in sich vereint hatten, spalteten sich in eine „gute“ Hauptfigur und einen „bösen“ Begleiter auf. Die belohnende Gestalt konnte Namen und Attribute christlicher Heiliger erhalten, die strafende dagegen ein abschreckendes Aussehen; schwarze Lumpen, zottige Pelzhüllen, Tierhörner, Fratzenlarven und rumpelnde Schellen wurden jenen alten Kultfiguren zugeteilt, die in einer christianisierten Welt keinen Platz mehr hatten.

Die mächtigste alte Gabenbringerin, die sagenhafte Percht, ließ sich trotz anhaltender Bemühungen nicht gänzlich verdrängen oder verteufeln. Sie muss die Menschen einmal tief beeindruckt haben. Ihr Name kann – abgeleitet vom althochdeutschen „perahta“ – in der Nachfolge Jacob Grimms als „die Leuchtende, Strahlende“ gedeutet werden; neuere Sprachforscher verbinden ihn auch mit dem Wort „pergan“ für „verhüllen, verbergen“. In manchen Gegenden deckt sich die Gestalt der Frau Percht mit jener der Holda/Holle, einige Spuren führen zu den Schicksalsfrauen hin und zur germanischen Totengöttin Hel. Ihr zwielichtiges Wesen ist noch jetzt an den alpenländischen Brauchgestalten der „schönen“ und „schiachen“ Perchten zu erkennen. Im alten Volksglauben hieß es, dass die Percht des Nachts in die Häuser komme, um die Arbeiten der Frauen zu überprüfen; dass sie die reinlichen und fleißigen Mägde mit Geschenken belohne, den nachlässigen aber den Bauch aufschlitze. Besonders geweiht waren ihr einst die zwölf Nächte vor Weihnachten und die zwölf Nächte nachher. Nach dem alten Julianischen Kalender, der in weiten Teilen Mitteleuropas noch im 17. Jahrhundert verwendet wurde, galt die erste Erscheinungsnacht der Percht, die Nacht vom 12. auf den 13. Dezember, als die längste des Jahres und war gefürchtet wegen der Umtriebe von Dämonen, Hexen und bösen Geistern, die oft in Maskengestalten verkörpert waren.

Aus diesem Grund hatte die römische Kirche den folgenden Tag zum Gedenken an eine Heilige bestimmt, die ihrem Namen „Lucia“ nach eine Lichtgestalt war und für stark genug gehalten wurde, die Percht zu ersetzen. Wo immer seither die Percht unter ihrem eigenen Namen oder in ihrer gewohnten Verhüllung als Gabenbringerin erscheint, erregt sie mehr Schrecken als Freude, gleichgültig, ob sie zum Beispiel Perchtababa[815], Butzenbercht[816] oder Pudelmutter[817] heißt, Klausenweiblein, Pelzmädle, Stutenfrau[818] oder Hullenfrau[819]. Auch die Gestalt der Lutzl oder Lutzelfrau wirkt trotz ihrer Gaben unheimlich, weil sich dunkle Wesenszüge der Percht an sie geheftet haben. Als „Sveta Lucija“ dagegen beschert eine helle, freundliche Frau in manchen Gegenden des Balkans den Mädchen Süßigkeiten und kleine Geschenke. Der alte Machtbereich der Percht geht nämlich weit über die heutigen Grenzen des deutschen Sprachraumes hinaus, weil deutschsprachige Siedler ihren Volksglauben auch in Länder mitnahmen, die inzwischen anderen Kulturkreisen zugehören[820].

Als eine andere Nachfolgerin im Kult der drei Schicksalsfrauen und daher auch mit der Percht verwandt, tritt die heilige Barbara als Gabenbringerin auf; weiß gekleidet und mit verhülltem Gesicht erscheint sie allein (wie bei den westslawischen Sorben) am Vorabend des 4. Dezember oder (wie im Rheinland) als Begleiterin des Nikolaus am folgenden Abend und teilt Äpfel, Süßigkeiten und Backwerk aus. Solche Gaben bringt auch das „Bescherkindlein“ aus der Lausitz; es ist dies eine Puppe in sorbischer Brauttracht mit einem weißverhüllten Gesicht wie Barbara oder Luzia und einer Rute in der Hand, und zwei Mädchen führen es an den letzten Sonntagen im Advent von Haus zu Haus.

Im Schweizer Jura, an der deutsch-französischen Sprachgrenze, warten die Kinder darauf, dass ihnen die Perchtengestalt der „Tante Arie“ die Weihnachts- und Neujahrsgeschenke bringt. Bekannter als sie ist die italienische Hexe Befana; sie kommt mit ihren Gaben durch den Rauchfang in die Häuser, also auf dem alten Weg der Geister, und zwar am Vorabend des kirchlichen Epiphaniefestes, das heißt, in der „großen Perchtennacht“. An ihrer Legende lässt sich die Christianisierung der Percht besonders deutlich ablesen: Befana soll zwar die Botschaft der Engel von der Geburt des Erlösers gehört haben, sie sei aber zu spät aufgebrochen, um dem göttlichen Kind zu huldigen. Seither suche sie es unter allen Kindern und bringe ihnen Geschenke mit.

Wenn man von der Befana absieht, die alljährlich am Abend des 5. Jänner in Rom auf der Piazza Navona ein spektakuläres Volksfest hervorruft, so spielen die weiblichen Gabenbringer seit der Barockzeit eine unbedeutendere Rolle als ihre männlichen Kollegen, unter denen der heilige Nikolaus die Hauptgestalt ist. Dieser größte Heilige der Ostkirche wurde auch im Abendland hoch verehrt, nachdem seine Gebeine im Jahr 1087 ins süditalienische Bari und Reliquien davon auch nach Lothringen gelangt waren. Einige Legenden um den Heiligen (der übrigens aus der Erinnerung an zwei Kirchenmänner des frühen Christentums, an den Bischof von Myra und den Abt von Sion, zu einer Gestalt verschmolzen wurde) erweisen Nikolaus als Freund und Helfer der Jugend, sodass er unter anderem auch zum Schutzpatron der Schüler erwählt wurde.

Für die Zöglinge der Lateinschulen war sein Fest am 6. Dezember der Beginn einer fröhlichen Zeit, die bis zum 28. Dezember, dem Fest der Unschuldigen Kinder, dauern konnte. Die Knaben wählten für diese Zeit einen unter ihnen zum „Bischof“, kleideten ihn feierlich ein und führten ihn in einem langen Festzug durch die Stadt zur Kirche hin. Dort durfte der Knabenbischof nach dem Motto der „Verkehrten Welt“ in einer lateinischen Predigt die Schwächen und Fehler der Erwachsenen tadeln. Sein Gefolge war ebenfalls verkleidet, wobei die Knaben manche Maskierungen von den Brauchgestalten der mittwinterlichen Umzüge übernahmen. Sie sammelten unter den Zuschauern Lebensmittel und Almosen ein und beschlossen den Nikolaustag mit einer fröhlichen Schmauserei. Als sich in der Folgezeit die erbettelten Gaben zur Belohnung für fleißige Schüler wandelten, wurde die Nikolausgestalt zum Gabenbringer, anfangs allerdings nur für die Knaben, denn Mädchen besuchten damals keine Lateinschulen. Sein Amt als Tadler behielt der gabenbringende Nikolaus bei; er prüfte als „episcopus speculator“ nicht nur Fleiß, Gehorsam und Betragen der jungen Leute, sondern seit der Zeit der Gegenreformation auch die Kenntnis der katholischen Glaubenslehren. Abraham a Sancta Clara, der große Prediger der Barockzeit, zitierte ihn:



Fragt der Nicola: „Wie sich die Kinder das ganze Jahr verhalten haben? Ob sie gern beten? Denen Eltern und Praeceptoribus gehorsam sein?
Ob zum Exempel der Hänserl und der Paul nicht zu faul?
Ob der Fräntzerl und Ignazerl kein schlimmes Frazerl?
Ob der Michel und der Six vielleicht gelernt nix?
Ob die Cätherl gern beim Räderl?
Ob die Sabindl gern bei der Spindl?
Ob die Lieserl und Thereserl nicht etwan zwei junge Eserl?“
[821]

Der heilige Nikolaus examiniert auch jetzt noch die Kinder, und sie beweisen ihm mit ihren hergesagten Gebetchen oder den Kerben in den „Klausenhölzchen“[822], dass sie gut und fromm sind. Solche Kinder erwarten das Kommen des heiligen Nikolaus voll Freude und singen:


„Laßt uns froh und munter sein
und uns in dem Herren freu’n!
Lustig, lustig, tralalalala,
bald ist Niklausabend da.
Dann stell’ ich den Teller auf
Niklaus legt gewiß was drauf!
Lustig, lustig, tralalalala,
bald ist Niklausabend da!“ ...[823]

Die traditionellen Nikolausgaben bestehen aus frischen oder getrockneten Früchten, verschiedenen Gebildbroten (zum Beispiel Spekulatius) und einer Rute, die nach Lichtenberg – auch als „Edukationsbesen“ heilsam wirken kann. Dazu kommen Süßigkeiten, Spielsachen, warme Kleidungsstücke, insgesamt aber bescheidenere Gaben, als sie zu Weihnachten erwartet werden. Bis vor etwa zweihundert Jahren war jedoch das Nikolausfest am 6. Dezember das wichtigste Gabenfest für Kinder – wenn sie katholisch waren. In den protestantischen Gebieten hatte sich dagegen nach Luthers Willen das Christfest zum großen Geschenktermin entwickelt. Luthers Ablehnung der Heiligenverehrung und damit auch des Nikolauskultes bewirkte wiederum in den katholischen Ländern ein Aufblühen des Nikolausbrauchtums.

Der Nikolaus zog in seinen bischöflichen Gewändern von Haus zu Haus und brachte eine bunte Schar von Begleitern mit. Engel und Teufel waren darunter, Masken aus den Perchtenumzügen und aus geistlichen Volksschauspielen. In manchen Gegenden geschah es, dass sich zum Nikolaus-Herren eine freundliche Nikolaus-Frau gesellte oder dass sich dunkle Begleiter, wie zum Beispiel der Knecht Ruprecht, selbstständig machten und allein als Gabenbringer auftraten. Manchmal nannte sich das ganze Gefolge nach dem Herrn, sodass man „gute“ und „böse“ Kläuse unterscheidet oder unheimliche Gestalten in Stroh- und Pelzhüllen „Niglo“ nennt; in England heißt übrigens der Teufel „Old Nick“. Den dunklen Begleitern oblag schon immer die Bestrafung der schlimmen Kinder, sei es durch Schläge mit der Rute oder durch die Drohung, die Kinder im Buckelkorb in die finstere Nacht hinauszutragen.

Sankt Nikolaus


Dort, Mutter, schau! Im Schnee der Schein,
jetzt biegt es in die Gass’ herein.
Der eine schwarz, der andre weiß,
jetzt stapft es über die Stiege leis,
ist an der Tür – Wohin? – Davon!
Knie nieder, Bübel, da sind sie schon.


„Ich bin der heilig Nikolaus,
sonst Schneidermeister im Huberhaus.
Zieh all herum und schau geschwind,
ob mir die Büblein richtig sind;
artig, folgsam, auch fleißig schier:
Wie steht es dieserhalb mit dir?“


Heiliger Nikolaus, bitte schön,
ich kann schon alleine zum Kaufmann gehn,
ich wasch mir schon selber Hals und Gesicht,
(nur Strümpfanziehen kann ich noch nicht)
und bevor ich essen und schlafen gehn tu,
falt ich die Händ und bete dazu.


„Dort hinten wart’ mein schwarzer Knecht,
dem bist du in die Butten recht.
Sein Ketten, sein Hörndl, sein Ochsenschlepp,
sein lange Ruten, herauf die Trepp,
sein Feuerzungen, glüh und gleiß,
die machen dir, hoff ich, die Hölle heiß.“


Ich bitt dich, heiliger Nikolaus,
meine Schuh, die stehen im Fenster drauß,
schütt Äpfel und Nüss’ und stell über Nacht
ein lebzelten Reiter hin, der mir’s bewacht.
Die Datteln aber mit lutschigem Kern,
die hab ich, weißt du, besonders gern.


„Mein liebes Bübel, steh auf von der Erd,
du bist mir Heiligem lieb und wert.
Halt mir derweilen den Bischofsstab,
damit ich dir leichter ein Bussel gab.
Geh, fürcht dich doch nicht vor meinem Bart!
Derselb ist bloß von Watte zart. ...“
 (Josef Weinheber)

So geheimnisvoll wie in Weinhebers Gedicht kommt der Nikolaus nicht immer auf Besuch; in den Städten ist er längst motorisiert. An der niederländischen Küste kommt er mit dem Schiff an, wird mit seinem Gefolge feierlich begrüßt und reitet durch das Land, bis er zuletzt in Amsterdam im königlichen Palast empfangen wird. Die holländischen Kinder stellen Wasser und Futter für sein Pferd bereit, damit ihnen „Sinterklaas“ die Schuhe vor dem Kamin mit Gaben füllen kann. Der Nikolaus hoch zu Ross ist auch im deutschen Sprachraum bekannt, heißt es doch in einem Kinderlied:


„Sankt Niklaus, komm in unser Haus,
leer die vollen Taschen aus.
Stell den Schimmel auf den Mist,
daß er Heu und Hafer frißt.“[824]

Das weiße Pferd – das Reittier von Herrschern und Helden – ist in der christlichen Ikonografie am besten von Darstellungen des heiligen Martin bekannt. Dieser Heilige folgt im Kult dem germanischen Schimmelreiter Wotan nach, der in stürmischen Winternächten mit dem „wütenden Heer“ der Totengeister durch die Lüfte braust. Für Wotans Ross ließen früher die Schnitter auf dem Feld die letzte Garbe stehen, für den Schimmel Martins und des Nikolaus sorgen die Kinder. Nikolaus als die mächtigere Heiligengestalt hat nicht nur die „Lebensrute“ von Martin übernommen, sondern auch sein Reittier; beider Brauchtum überschneidet sich, sodass in manchen Gegenden Martin/Pelzmärte als vorweihnachtlicher Gabenbringer auftritt. Schimmelreitergruppen sind noch immer in den Dörfern der deutschen Nordsee- und Ostseeküste unterwegs, meistens als Gefolge zeitlich jüngerer Brauchtumsgestalten. Auch das Pferd allein kann Gaben bringen. In Siebenbürgen war noch bis zum Zweiten Weltkrieg der Glaube an das „Goldene Fohlen“ lebendig, das am Neujahrstag Geschenke bringt.[825] In einigen Landstrichen Oberösterreichs legt das „Goldene Rössl“ den Kindern am Vormittag des 24. Dezember Gaben ein.[826] Anscheinend hat sich im Volksglauben die Erinnerung erhalten, dass die Mähnen und Schweife der den Göttern geweihten Pferde mit Metallfäden durchflochten waren.[827]

Die wachsende Beliebtheit der protestantischen Christbescherung am Heiligen Abend beeinflusste zeitweise und länderweise den Gabentermin des Nikolaus und seiner Begleiter. Ende des 18. Jahrhunderts brachte zum Beispiel „Samichlaus“ in Zürich seine Geschenke am 24. Dezember, und im biedermeierlichen Wien scheint Nikolaus an seinem Festtag und zu Weihnachten aufgetreten zu sein. Im englischsprachigen Raum wird „Santa Claus“ seit dem 19. Jahrhundert ebenfalls zu Weihnachten erwartet. Seine Gestalt unterscheidet sich von der gewohnten mitteleuropäischen und verdient eine ausführlichere Beschreibung.

Santa Claus erscheint nicht mehr in geistlicher, sondern in weltlicher Kleidung. Sein Aussehen ist ein Produkt des 19. Jahrhunderts, die Gestalt selbst verdankt ihre Bekanntheit verschiedenen literarischen Erzeugnissen. Washington Irving stellte ihn 1821 seinen Lesern vor; 1848 verfasste Clement C. Moore, ebenfalls in New York, die kleine Verserzählung „A Visit from St. Nicholas“. Moore ließ seinen gabenbringenden Heiligen zu Weihnachten mit einem von acht Rentieren gezogenen Schlitten durch die Lüfte kommen; auch er wirft seine Geschenke durch den Kamin ins Haus. Auf den dazugehörigen Holzschnitten von Boyd ist Nicholas als Gnom mit weißem Bart zu sehen; er trägt Kniehosen und Schnallenschuhe, Weste und Gehrock und auf dem Kopf eine Pelzmütze. In weltlicher Kleidung und einem roten Kapuzenmäntelchen malte 1838 Robert W. Weir seinen Santa Claus auf dem Bild „The Night before Christmas“[828]. Die Nikolausgestalt war vor allem unter den Einwanderern Pennsylvanias bekannt; sie hieß „Pelznichol“ oder auch „Kriss Kringel“, je nachdem, ob sich die jungen „Amerikaner“ eher an die pelzvermummten Gestalten oder an das Christkind daheim erinnerten.

Das typische Santa-Claus-Bild entstand ebenfalls in Amerika und stammt vom berühmten Karikaturisten deutscher Herkunft Thomas Nast. Er schuf in den Jahren von 1862 bis 1892 für „Harper’s Weekly“ eine große Zahl von Weihnachtszeichnungen mit einem neuen „Santa“. Der ist ein fröhlicher Dickwanst mit weißem Bart und einem Gewand aus Pelz, auf seiner runden Mütze stecken Zweige von Misteln und Stechpalmen, aus seiner Pfeife steigen Rauchwölkchen auf. Als seine Heimat erfand Nast, angeregt von den Rentieren Moores, den Nordpol; von dort bringt Santa Claus alle nur erdenklichen Gaben, um sie unter den Christbaum zu legen oder die am Kamin aufgehängten Strümpfe der Kinder zu füllen. Seine Gestalt ist im englischen Sprachraum längst vermarktet worden. Sowohl in Großbritannien als auch in den Vereinigten Staaten werden Reisen in „Santas Wunderland“ angeboten, wo seine Werkstätten voll Weihnachtselfen, Zwergen und Märchenfiguren besichtigt und seine Rentiere gestreichelt werden dürfen, auch wird die Kinderpost in Santas Namen beantwortet.

In den letzten Jahrzehnten wurde die Gestalt des Santa Claus auch in fernöstlichen Ländern bekannt und vermischte sich dort mit Ahnenfiguren zu neuen Gabenbringern, die dann etwa als chinesischer „Lan Khoong“ („schöner alter Vater“) auftreten. Da Santa Claus weltweit immer mehr Völker beglückt, haben sich geschäftstüchtige Hersteller an die Produktion kostbar ausgeführter kleiner Santa-Figuren in Nationalkostümen gemacht wie zum Beispiel den „mongolischen Santa“ aus einem amerikanischen Verkaufskatalog. Solche Gestalten erinnern nur mehr dem Namen nach an ihre Herkunft aus der Schar der Heiligenpatrone. Im kommunistischen Russland fiel der heilige Nikolaus schließlich einer völligen Verweltlichung zum Opfer, denn er wurde als Gabenbringer von „Väterchen Frost“ abgelöst, der als ein sympathischer Alter mit wallendem Bart, hoher Mütze und weitem Mantel die Kinder zu Neujahr beschenkt. Er ähnelt dem deutschen Weihnachtsmann, einer Kunstfigur des 19. Jahrhunderts.

Diesem neuen Gabenbringer standen als Paten ein Heiliger und eine Perchtengestalt zur Seite: Vom Nikolaus übernahm er das gütige Wesen, vom Knecht Ruprecht den langen Mantel, die groben Stiefel und die große Rute. Dieser Ruprecht – oft als „raue Percht“ gedeutet – ist uns bereits als ehemaliger Gefolgsmann des Nikolaus begegnet. Er war lange Zeit eine Schreckgestalt und wandelte sich erst im vorigen Jahrhundert zu einem komischen Alten. Ludwig Richter zeigte ihn auf zwei Holzschnitten; Ruprecht poltert noch durch ein Klavierstück in Robert Schumanns „Album für die Jugend“, in Theodor Storms Gedicht treffen wir ihn im Dienst des Christkindes an:

Knecht Ruprecht


Von drauß vom Walde komm ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldne Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit großen Augen das Christkind hervor,
Und wie ich so strolcht durch den finsteren Tann,
Da rief’s mich mit heller Stimme an:
„Knecht Ruprecht“, rief es, „alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt’ und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
Und morgen flieg ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!“
Ich sprach: „O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo’s eitel gute Kinder hat.“
„Hast denn das Säcklein auch bei dir?“
Ich sprach: „Das Säcklein, das ist hier:
Denn Äpfel, Nuß und Mandelkern
Fressen fromme Kinder gern.“
„Hast denn die Rute auch bei dir?“
Ich sprach: „Die Rute, die ist hier:
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil, den rechten.“
Christkindlein sprach: „So ist es recht!
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!“
Von drauß vom Walde komm ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich’s hierinnen find!
Sind’s gute Kind, sind’s böse Kind?

Das Urbild des Weihnachtsmannes geht auf den Maler Moritz von Schwind zurück. Er schuf im Jahre 1847 für die „Münchener Bilderbogen“ eine Bilderfolge mit dem „Herrn Winter“ als Allegorie der kalten Jahreszeit. Die untersetzte Figur mit Kapuzenmantel, hohen Stiefeln, langem, weißem Bart und einem Lichterbäumchen im Arm wurde schon ein Jahr darauf als „Weihnachtsmann“ bekannt gemacht. Er entsprach ganz der bürgerlichen Vorstellung vom liebevoll autoritären Vater, der brave Kinder belohnt, und seine Unabhängigkeit von konfessionellen Bindungen förderte seine Beliebtheit. Buben und Mädchen erhofften sich von ihm die Erfüllung ihrer Wünsche, deren einige der Dichter Hoffmann von Fallersleben in die bekannten Verse fasste:


Morgen kommt der Weihnachtsmann,
kommt mit seinen Gaben.
Trommel, Pfeifen und Gewehr,
Fahn und Säbel und noch mehr
ja ein ganzes Kriegesheer
möcht ich gerne haben ...
Was bringt der Weihnachtsmann dem Fränzchen?
Eine Puppe mit dem Kränzchen bringt der Weihnachtsmann dem Fränzchen.
Was bringt der Weihnachtsmann Emilien?
Einen Strauß von Rosen und Lilien ...
Was bringt der Weihnachtsmann Marien?
Arien mit Melodien ...
Was bringt der Weihnachtsmann Agathen?
Eine Schachtel voll Dukaten ...

Kinderlieder und Kinderbücher, Gebrauchsgrafik und Erzeugnisse der Süßwarenindustrie machten den Weihnachtsmann weithin bekannt. In England, wo er als „Father Christmas“ auftritt, stand ihm in Viktorianischen Zeiten sogar eine feenhafte „Mother Christmas“[829] zur Seite. In Italien heißt er „babbo natale“, in Frankreich „Père Noël“, und dort wurde er noch in den 1950er-Jahren von katholischen Geistlichen energisch bekämpft.[830] Die Schweden nennen ihren Weihnachtsmann „Jultomte“, die Norweger „Julenisse“, die Finnen „Joulupukki“. Die Nähe der skandinavischen Weihnachtsmänner zu Heinzelmännchen und Hauskobolden – in Island bringen koboldartige „13 Weihnachtskerle“ die Geschenke – erleichterte auch den deutschen Gabenbringern die Verbindung zu den Zwergen, die als Helfer beim Austeilen der Gaben erscheinen und denen mancher Weihnachtsmann eine Zipfelmütze als Kopfbedeckung verdankt.

Als eine andere Gruppe kleiner Gehilfen agieren die Weihnachtsenglein; sie fliegen eifrig zwischen Himmel und Erde hin und her, merken sich die braven Kinder und bringen ihnen Geschenke. Auf dem europäischen Festland sind die Englein mit Federflügeln ausgestattet, auf den britischen Inseln dagegen mit Libellen- oder Schmetterlingsflügeln wie die elfenartigen „pixies“. Ehe Engelsgestalten in die Wunschwelt der Kinder eindrangen, hatten sie schon in Nikolaus- und Christ-Geburt-Spielen Gaben verteilt.

Die Engel weisen uns nun den Weg zum Christkind. Als Gabenbringer ist es gegenwärtig in katholischen Ländern überaus beliebt, was eigentlich verwunderlich erscheint, weil seine Gestalt doch im Protestantismus entstanden ist. Wie schon erwähnt, wollte Martin Luther die Gaben der Weihnachtszeit nicht länger vom heiligen Nikolaus beschert wissen, sondern vom „Heiligen Christ“ am Geburtsfest Jesu Christi. Der neue Gabentermin setzte sich rasch durch, weil das Christfest viele Jahrhunderte lang als Beginn eines neuen Jahres gefeiert wurde und die Erwachsenen an ihm nach altrömischer Sitte Neujahrsgeschenke austauschten. Da nun auch die Kinder beschenkt wurden, entwickelte sich Weihnachten allmählich zu dem großen Familienfest, wie wir es jetzt noch feiern.

In den protestantischen Ländern wurden statt der üblichen Nikolausmärkte die Christkindlmärkte abgehalten, sonst aber änderte sich zum Leidwesen eifernder Geistlicher nicht viel. Anstelle des Nikolaus zog nun, zeitlich verschoben der „Herre Christ“ oder ein verniedlichtes „Christ-Kind“ mit seinem Gefolge von Haus zu Haus. Die Christgestalt wurde von Erwachsenen oder Kindern beiderlei Geschlechts dargestellt, oft in weißen Kleidern mit langen blonden Haaren und einem Kerzenschmuck auf dem Kopf. Ein solch mädchenhaftes Christkind wurde im späten 18. Jahrhundert, als die deutschsprachige Kultur nach Skandinavien ausstrahlte, vom Elsass nach Schweden verpflanzt und begründete dort den Brauch der „Luzienbraut“. In Norddeutschland, in der Gegend von Hamburg, wurde das Kommen des Christkindes mit hellen Glöckchen angekündigt, was ihm oder seinem Begleiter den Namen „Klinggeest“ (Klingelgeist) einbrachte. Aus dieser Tradition heraus stammt das bekannte Kinderlied:


Kling, Glöckchen, klingelingeling,
kling, Glöckchen, kling.
Laßt mich ein, ihr Kinder,
‘s ist so kalt der Winter,
öffnet mir die Türen,
laßt mich nicht erfrieren!
Kling, Glöckchen, klingelingeling,
Kling, Glöckchen, kling.

Das Glöckchen des Christkindes hören wir auch in einem Gedicht Adalbert von Chamissos:

Die Christbescherung
Was klingelt im Hause so laut? Ei, ei,
Ich glaube, daß es das Christkind sei!
Das Christkind war’s! Seid Kinder nur still
Und hört, was ich jetzt euch erzählen will:
Es hat euch gebracht einen Tannenbaum
Voll goldner Äpfel und Püppchen mit Schaum,
Voll Zuckerwerk. Doch, Kinderchen, denkt,
Hoch oben eine Rute hängt!
Das Christkind hat an alles gedacht
Und Nützliches und Schönes gebracht.
Da seht ihr Trommeln, Soldaten und Blei
Auch eine Fahne hängt nebenbei.
Seht Häuser von Pappe mit rotem Dach
Und drin ein zierliches, kleines Gemach.
Seht Schuhe und Kleider und Tücher und Hut,
Gewiß, das steht zu dem Feste gut.
Auch Teller und Töpfe von blankem Zinn
Und Pfefferkuchen und Mandeln darin!
Hier Peitschen und Wagen, ein Pferdchen gar wild,
Dort zum Zusammensetzen ein Bild.
Hier Schreibebücher, ein Püppchen ganz klein
Wird dort gewiß in der Wiege sein.
Auch herrliche Bücher sind aufgestellt;
Von tausend Lichtern ist alles erhellt.
Doch nur von den schönen Sachen bekommt,
Wer artig war, verträglich und fromm,
Wer folgsam den guten Eltern war
Und fleißig gelernt hat in diesem Jahr.
Wer oft an den lieben Gott gedacht,
Dem hat das Christkind viel Schönes gebracht!
Unartige Kinder dürfen nicht ‘rein,
Für sie wird wohl nur die Rute sein!
Drum wollt ihr am Heiligen Abend euch freun,
So rat ich euch, Kinder, stets artig zu sein.

An Chamissos Text ist bemerkenswert, dass auch das Christkind seine Geschenke nur den artigen, folgsamen und fleißigen Kindern bringt und dass die unartigen die Rute bekommen. In den Wunschbriefen an das Christkind versichern die Kinder daher auch immer wieder, dass sie sich durch ihr Wohlverhalten der ersehnten Geschenke würdig erweisen wollen. Während des 19. Jahrhunderts, als sich schon der Weihnachtsmann in vielen Ländern breitmachte, drang das Christkind als Gabenbringer in die katholischen Gebiete ein. Seine Gestalt wurde umso bereitwilliger aufgenommen, je mehr sie sich verjüngte, bis sie schließlich dem neugeborenen Jesusknaben in der Krippe glich. Wundertätige Jesulein, Krippen- und Fatschenkindlein bildeten ohnehin seit dem späten Mittelalter den Mittelpunkt des katholischen Weihnachtsfestes. Das verehrte Gnadenbild des „bambinello“ in der Kirche Ara Coeli in Rom als Empfänger zahlloser Wunschbriefe italienischer Kinder ist ein besonders gutes Beispiel für ein gabenbringendes „katholisches Christkind“.

Im südeuropäischen Raum sind noch weitere Gabenbringer zu erwähnen. In Griechenland erhalten die Kinder am Neujahrstag Geschenke vom heiligen Basilius, einer Gestalt, die dem gütigen Nikolaus ähnelt. In Spanien und Portugal findet die Bescherung der Kinder am Vorabend des Epiphanietages statt, wenn die „Heiligen Drei Könige“ mit ihren Dienern in festlichem Zug auf ihren Kamelen durch die Stadt reiten. Die Tradition, dass sie Geschenke bringen, geht auf das 2. Kapitel des Matthäus-Evangeliums zurück, in dem es heißt, dass Weise aus dem Osten mit kostbaren Gaben zum Erlöserkind gekommen seien und ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen gebracht hätten.

Es ist nicht anzunehmen, dass sich unsere Werbefachleute auf diese Bibelstelle berufen, wenn sie nun schon seit Jahren die weihnachtlichen Gabenbringer dazu einsetzen, möglichst viele und teure Geschenke zur angeblichen Steigerung der Festesfreude anzubieten. Comic-Figuren mit Santa Claus-Köpfen, halbnackte Mädchen mit Engelsflügeln oder Scharen von dümmlich blickenden Weihnachtsmännern wenden sich nicht an brave Kinder, sondern an kaufwillige Erwachsene; die Geschenke kommen auch nicht mehr aus einem Wunderland oder aus den himmlischen Werkstätten, sondern vom nächsten Warenhaus. Kann man es Kindern verdenken, wenn sie deswegen nicht mehr an die Existenz geheimnisvoller Gabenbringer glauben? Wie käme sonst – wie auf einer Karikatur Uli Steins – ein kleiner Bub dazu, den Weihnachtsmann als Maskengestalt anzukündigen?



[811] Kurzfassung von Melanie Wiener-Lanterdinger.

[812] Erstveröffentlichung: [Loimer-Rumerstorfer 1992].

[813] Dieter Lutz hat in seinem Buch „Volksbrauch und Sprache“ ([LutzD 1966]) allein für den alemannischen Bereich Süddeutschlands an die 60 verschiedene Gestalten festgehalten.

[815] Baba = Großmutter, alte Frau.

[816] Butz = Schreckgestalt.

[817] Pudeln = einlegen, rollen.

[818] Stute = Hefegebäck.

[819] Verhüllte Frau.

[822] Kerbholz als Zählgerät für verrichtete Gebete.

[827] [GrimmJ 1875], Bd. 2, Kap. XXI.

[828] Das Bild hängt in „The Butler Institute of American Art“, Youngstown/Ohio.

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