Startseite: Bräuche im Salzburger LandFolge 1: Im Winter und zur WeihnachtszeitFolge 3: In Familie und Gesellschaft (in Arbeit)Begleitheft (in Arbeit)ZitierempfehlungVolltextsucheHilfe

10.15. Freizeit und Tourismus. Zwei zentrale Handlungsfelder der Alltagskultur im Schatten der Sozialwissenschaften (Reinhard Bachleitner) - Langtext

10.15.1. Zum Freizeitbewusstsein

Freizeit wird im Bewusstsein vieler mit dem „Reich der Freiheit” gleichgesetzt. Tendenziell und für Einzelne mag diese Vorstellung zutreffen, auf einer dahinter stehenden Ebene sieht diese subjektive „Freizeit-, Freiraum- und Freiheitsideologie” jedoch anders aus. Dies wird unter anderem daraus ersichtlich, dass sich „Freizeitstile” von Land zu Land deutlich unterscheiden. Das heißt aber auch, dass die „Freizeitmuster” oft mehr von historischen, regionalen und kulturellen Besonderheiten und aktuellen Trends als von den übergeordneten Gemeinsamkeiten der Modernisierung oder der Historie Europa bestimmt sind.[3573]

Weiters lässt sich erkennen, dass die heute oft verwendete Kurzformel „zunehmende Freizeit bei gleichzeitiger Abnahme der Arbeitszeit” so nicht stimmt und irreführend ist. Vielmehr geht aus zahlreichen Untersuchungen hervor, dass sich die Wochenarbeitszeiten in den letzten 30 Jahren um die 38-Stunden-Woche eingependelt und kaum mehr verändert haben[3574] und die jüngste Zunahme von ca. 30 bis 40 Minuten täglich frei verfügbarer Zeit bei einer Gesamtfreizeit in Österreich von 4 Stunden und 42 Minuten durch Zeitverdichtung entsteht. Hier sind es vor allem die persönlichen Bedürfniszeiten wie Schlaf-, Ruhe-, Essens- und- Pausenzeiten sowie die Körperpflege, die minimiert werden und wodurch der Zeitgewinn entsteht.[3575]

Verändert haben sich vor allem die Arbeitszeitstrukturen: Teilzeit-, Gleitzeit- und Schichtarbeitszeiten, aber auch verstärkt Wochenend-, Nacht- und Abendarbeitszeiten – letztere aufgrund veränderter Konsumansprüche – nehmen zu, womit der Eindruck der Deregulierungen und damit verbunden ein „viel Zeit haben” entsteht. Es sind neben den veränderten Arbeitszeitstrukturen auch die veränderten Beschäftigungsstrukturen – wie Teilzeitverträge, befristete Beschäftigung, Heimarbeit und Mehrfachberufstätigkeit -, die das Ausmaß an „Freizeit” mitbestimmen. Sie erzeugen ein mehr oder eben auch weniger an „freiverfügbarer” Zeit bzw. Zeitsouveränität. Dazu kommen umgekehrt die immer umfassenderen und notwendig gewordenen Zeitanteile zur Zurücklegung der Wege vom Arbeits- zum Wohnort sowie auch die Mehrfacherwerbstätigkeit, welche die Zeitstrukturen aufbrechen und Tages- und Wochenrhythmik der Zeit und in der Folge die Freizeit verändern. Warum sich der Eindruck einer Zunahme der „freien Zeiten” dennoch hält, liegt in einem anderen Zeitsektor, und zwar in dem der Urlaubstage. Diese deutlich angewachsenen Zeitkontingente, mit denen auch erhöhte Souveränität verbunden ist, da sich diese Urlaubstage individuell blocken lassen („Blockfreizeiten”), ermöglichen größere Freiräume für die Nutzung der zahlreichen Freizeitaktivitäten.

Das Freizeitbewusstsein ist insofern ideologisch eingefärbt als sowohl die Bewertung als auch die Wertigkeit von Freizeit auch heute noch sehr unterschiedlich ausfällt. So wird die zunehmende Freizeitorientierung der Akteure als Verlust und Wertverfall gegenüber der Berufs- und Arbeitswelt eingestuft. Hintergrund für diese Sichtweise stellt die protestantische Wertethik dar, die davon ausging, dass „Zeitvergeudung … die erste und prinzipiell schwerste aller Sünden” sei,[3576] womit Freizeit im Anschluss an die Mußezeit negativ bewertet wird. Weiters sind an die heutige „Freizeit” hohe Sinn- und Identitätssicherungsmöglichkeiten gebunden. In diesem Spannungsfeld muss nun der Einzelne seine Entscheidungen für die Freizeitgestaltung und -planung treffen. Dies fällt zunehmend schwieriger aus, da gegenwärtig eine deutliche Kommerzialisierung und Ökonomisierung der Freizeit erfolgt. Damit verbunden ist Zeitverknappung, da jeder bestrebt ist, das Beste aus seiner persönlichen Freizeit zu machen und viele Handlungen in die knappen und begrenzten Freizeiten auszulagern. Das Zeitethos der Moderne heißt Beschleunigung und nicht Verlangsamung. Versäumnisse, gerade in der „Freizeit”, gestattet die Postmoderne nicht, wobei hier zwischen städtischen versus ländlichen Freizeitstilen zu unterscheiden ist.

10.15.2. Freizeitverhalten

Wie sieht die Freizeitstruktur in Salzburg vor diesem Hintergrund aus? Was sind typische Stilelemente der Freizeit?

Freizeit wird – trotz aller gegenteiligen Behauptungen – noch deutlich „passiv” gestaltet, das heißt, dass innerhalb der freizeitbezogenen Alltagskultur, die heute insgesamt ein breites Waren- und Dienstleistungsangebot bereitstellt, das Konsumieren – allem voran der Fernsehkonsum – dominant ist.[3577] Damit soll keine Wertung verbunden sein, denn das „passive” Konsumieren kann höchst aktiv und informativ ausfallen und unter anderem auch zur Etablierung von Regions- und Nationalkulturbewusstsein beisteuern. Abgesetzt davon belegen zahlreiche Studien, dass neben bzw. gleichzeitig mit dem TV-Konsum sehr viele weitere Tätigkeiten verknüpft sind; es zeigen sich Nebenbeschäftigungen (= Sekundäraktivitäten) beim Fernsehen wie gleichzeitiges Essen (42 %), Telefonieren (37 %), Schlafen (31 %), Lesen (31 %), Bügeln (31 %), und 26 % führen gleichzeitig oder daneben Unterhaltungen.

Das heißt, wenngleich Freizeitanbieter und Freizeitindustrie heute von aktiven, abwechslungsreichen (variantenreichen) und erlebnisorientierten Freizeiten sprechen und auch die Differenzierung der Freizeittätigkeiten zugenommen hat,[3578] überwiegen dabei die häuslichen Aktivitäten und hier Tätigkeiten, die sich rund um den Fernsehkonsum ansiedeln lassen. Dieses Verhaltensmuster dominiert in den freiverfügbaren Zeiten während der Arbeitswoche; an den Wochenenden hingegen – wo die freiverfügbaren Zeiten deutlich zunehmen, von ca. 4 auf 6 bis max. 8 Stunden – sind die außerhäuslichen Aktivitäten verstärkt vertreten.

Die insgesamt feststellbare Privatisierung der Freizeit bedeutet einen qualitativen Wandel in der Zeitnutzung, die als so genannte „Verhäuslichung”[3579] der Freizeit – rund zwei Drittel der Berufstätigen verbringen ihre Freizeit im privaten Raum – weiter im Trend liegt. Die „außerhäuslichen” Freizeitaktivitäten von Berufstätigen zeigen ein breites Verhaltens- und Handlungsspektrum, in welchem drei Bereiche dominant sind: Soziale und gesellige Aktivitäten (Besuch von Freunden, Bekannten, Restaurants, Gasthaus- und Lokalbesuche), aktiver Sport (s. u. sowie kulturelle Tätigkeiten mit Teilnahme an Hoch-, Alltags-, Klein- oder Massenkultur.

10.15.3. Freizeit als Bewegungszeit (Sport)

Eine Intensivierung der außerhäuslichen Freizeit ist zwar in den letzten Jahren erkennbar, wenngleich auch hier das oft zitierte Bild des überaus sportlich aktiven Salzburgers nur auf knapp 20 Prozent der Bevölkerung zutrifft. Die Verteilung der Sportaktivität ergibt – wobei hier leider offen ist, was „öfter” bedeuteten mag – folgendes Bild:[3580]

Abbildung 10.1. Sportaktivitäten der Salzburger Bevölkerung in %

Sportaktivitäten der Salzburger Bevölkerung in %

Die freizeitbezogenen Sportaktivitätsraten der Salzburger liegen über dem österreichischen Durchschnitt wie die folgende Tabelle zeigt.

Abbildung 10.2. Sportausübung der Bevölkerung - Österreich vs. Salzburg in %

Sportausübung der Bevölkerung - Österreich vs. Salzburg in %

Die Aufteilung dieser freizeitbezogenen Sportausübung – sei es im organisierten Bereich (Sportvereine), im kommerziellen Sektor oder im rein privaten Bereich – hängt stark von Lebensphasen und von typischen Bedingungen im Lebenszyklus ab. Kombiniert man hier personale und familienbezogene Variablen wie Alter, Familienstand, Kinderzahl und Art der Erwerbstätigkeit, lassen sich nach Bässler[3581] neun typische Lebensstilphasen definieren. Setzt man diese unterschiedlichen Lebensphasen mit den 13 wichtigsten Sportarten der Salzburger in Bezug, so ergibt sich das Präferenzprofil der Sportarten nach Lebensphasen.[3582]

Tabelle 10.4.

Junge ledige in AusbildungJunge ledige BerufstätigeJunge Paare ohne KinderKleine Familie mit KleinkindGroße Familie mit SchulkindÄltere Berufstätige ohne KinderÄltere Nicht-Berufstätige ohne Kinder
1SchwimmenSchwimmenSchwimmenySchwimmenRadfahrenWandern BergwandernWandern/Bergwandern
2RadfahrenRadfahrenRadfahrenWandern/BergwandernSchwimmenRadfahrenSchwimmen
3Wandern/BergwandernPistenskifahrenWandern/BergwandernRadfahrenWandern/BergwandernSchwimmenRadfahren
4Rodeln/SchlittenfahrenWandern/BergwandernPistenskifahrenRodeln/SchlittenfahrenRodeln/SchlittenfahrenPistenskifahrenSkilanglauf
5PistenskifahrenRodeln/SchlittenfahrenRodeln/SchlittenfahrenPistenskifahrenPistenskifahrenRodeln/SchlittenfahrenTanzen
6Federball/BadmintonGymnastik/AerobicMinigolfSkilanglaufFederball/BadmintonSkilanglaufGymnastik/Aerobic
7Mountain-BikingTanzenTanzenGymnastik/AerobicTanzenGymnastik/AerobicPistenskifahren
8MinigolfFederball/BadmintonFederball/BadmintonMinigolfSkilanglaufTanzenRodeln/Schlittenfahren
9EislaufenLaufen/JoggenLaufen/JoggenFederball/BadmintonMinigolfTischtennisFederball/Badminton
10TischtennisEislaufenEislaufenTanzenEislaufenMinigolfTischtennis
11TanzenTennisTennisEislaufenTischtennisEisstockschießenMinigolf
12VolleyballTischtennisTischtennisTennisLaufen/JoggenFederball/BadmintonEisstockschießen
13Laufen/JoggenMountain-BikingMountain-BikingFußballGymnastik/AerobicTennisKlettern/Bergsteigen


10.15.4. Freizeit und Sozialzeit

Freizeit wird auch als „Sozialzeit” aufgefasst und gestaltet: die Freizeit als gemeinsam verbrachte Zeit unterliegt dabei einem Strukturwandel. Gemeinschaftlichkeit in der Freizeit, die im Gegensatz zur Arbeitszeit nicht mehr auf einer zu akzeptierenden Notwendigkeit fußt, sondern eine freie Wahl ermöglicht, ist durch erhöhte regionale Mobilität gekennzeichnet. Intensives Besuchsverhalten mit den traditionellen Bindungen an Familie, Verwandte und Freunde ist hier dominant. Verringert haben sich hingegen Sozialbindungen und Kontakte im Bereich der organisierten Gemeinsamkeitsmöglichkeiten wie Vereine, Gewerkschaften, etc. bei gleichzeitiger Zunahme „offener” Beziehungsorte und Möglichkeiten wie sie Kinos,[3583] Discos, Bars, Gaststätten aber auch Hochkultur- bzw. Kleinkunstorte bieten.

10.15.5. Freizeit als Kulturzeit

Mit dem Wandel des Kulturbegriffs verschieben sich die „kulturorientierten” Handlungen innerhalb der aktiven Freizeitgestaltung; so nimmt etwa die klassische „Hochkulturorientierung” (Konzerte, Musiktheater, Sprechtheater, Literatur) zwar einen beachtlichen Teil der Freizeitgestaltung ein, wenngleich der Trend rückläufig ist; der Besuch von Brauchtumsveranstaltungen (15,8 % an Besuchern) sowie sonstiger „Mischformen” (55 % an Besuchern) nimmt zu.[3584] Detaillierte Daten liegen hierzu nicht vor wie insgesamt auffällt, dass bundesländer- oder regionalbezogene Verhaltensdaten zu „Freizeit”, „Kultur” und „Sport” nur spärlich vorliegen.

10.15.6. Trends und Funktion der Freizeit

Aktuell vollziehen sich innerhalb der Freizeit mehrere quantitative und qualitative Trends, die einen Funktionswandel der Freizeit signalisieren. So wird wie bereits ausgeführt einerseits von einer Zunahme der Freizeit für Österreich um rund 30 Minuten berichtet, wenngleich andererseits die berufsbezogenen Arbeitszeiten seit ca. 30 Jahren relativ konstant bleiben und arbeitsgebundene Zeiten wie Wartezeiten, Fahrzeiten und Berufsbildungszeiten sogar zunehmen. Erklärbar wird diese Zunahme an Freizeit nur dadurch, dass es zu Zeitverdichtungen bzw. zu Kürzungen verschiedenster Tätigkeiten und zu Zeitersparnisstrategien kommt, womit gleichzeitig Zeitnot und Zeitknappheit entstehen: in den gleichen Zeitblöcken wird mehr verrichtet und somit beschleunigt, wodurch das subjektive „Mehr an Zeit” entsteht. Kurz: Zeitwahrnehmung und Zeitempfinden – wie sie uns aus der Konfrontation mit anderen Kulturen vertraut sind -, ereignen sich nun auch im eigenen Alltag.

Neben diesem quantitativen Verdichtungsprozess der Zeit, die im Schnitt rund 60 Minuten „Zeitgewinn” ausmacht und aus Bedürfniskomprimierung entstand, ergeben sich einige Haupttrends:

Tabelle 10.5.

Wandel von hoher Zeitbindungauf niedrige Zeitbindung
Wandel von außerhäuslicher Freizeitzu häuslicher Freizeit
Wandel von Organisationsbindung in Freizeitzu privater Freizeit
Wandel von fixierter sozialer Bindungzu frei wechselnden Bindungen


Als eine weitere Veränderung in der aktuellen Gesellschaft gilt der sich ständig vollziehende Wandel der Beziehung von Arbeits- bzw. Berufszeit und Freizeit; der Stellenwert der Erwerbsarbeit verändert sich zusehends; Erwerbsarbeit als Quelle des ökonomischen Reichtums und der Identitätsfindung verliert ihren Ausschließlichkeitscharakter; die oftmals totale Vereinnahmung durch Arbeit und Berufswelt wird durch „Freizeit” als sinn- und identitätsstiftendes Feld innerhalb des eigenen Lebensstilentwurfs ergänzt.

Im Zusammenhang mit dieser Entwicklung steht eine verstärkte Funktionalisierung der Freizeit: Freie Zeit in einer „Rund um die Uhr-Gesellschaft” wird zur Sinnfindungs- und Selbstverwirklichungszeit; die Individualisierung („Bastelbiografie”) bestimmt auch die Freizeitgestaltung und -verwendung. Die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb der Freizeit – Freizeit erfolgt, da Staat und Markt die eigentlichen Zeiteinteilungsinstrumente sind, immer noch in Abgrenzung zur Arbeitswelt -, versprechen als Eigenzeit zugleich Sinnzeit. Die traditionellen Vorstellungen von Freizeit als reine Regenerationszeit verlieren an Orientierungskraft und auch an Notwendigkeit. Sie werden durch erlebnisorientierte Elemente in der frei verfügbaren Zeit ergänzt – wenngleich nicht ersetzt -, die Sinnzuschreibungen fallen dabei vielfältig aus.

Ein weiterer Trend ist in der deutlichen Kommerzialisierung und Ökonomisierung der Freizeit zu sehen. Die zur Konsumzeit gewordene Freizeit verselbständigt sich zunehmend mehr, wodurch die Grenzen zwischen Erwerbsarbeits-, Regenerations- und Bedürfniszeit verwischt werden. Durch diese starke Konsumorientierung in der Freizeit gewinnen ihrerseits die Produktionszeit und die subjektive Stellung im Marktgeschehen (Konsumkraft) wieder an Bedeutung, womit erneut Ungleichheiten auch in der Freizeit beibehalten werden. So hat sich das Volumen des Freizeitmarktes in der BRD von DM 50 Milliarden 1970 auf DM 450 Milliarden 1995 erhöht.

10.15.7. Tourismus

Wechseln wir nun – im Kontext von Freizeit – die Perspektive und die Betrachtungsebene: Nicht das individuelle touristische Freizeitverhalten der Salzburger Bevölkerung – zu dem es übrigens keine aussagekräftigen Daten gibt – steht dabei im Mittelpunkt, sondern der Tourismus als eines der auffallendsten Phänomene der Gesellschaft, der auch das Bundesland Salzburg stark verändert und seit über 200 Jahren geprägt hat.[3585] Dies auch insofern, als Tourismus nicht nur als Motor der Modernisierung gilt, sondern ebenso und gleichzeitig das Brauchleben und die Volkskultur forciert und fördern kann. Der Wandel, den der Tourismus in den Regionen auslöst und dabei vielfach mitgestaltet, vollzieht sich langsam und meist auch unter Mitbeteiligung der betroffenen Bewohner.[3586] Innerhalb dieser Entwicklungen lassen sich im Bundesland Salzburg inhaltlich drei unterschiedlich gelagerte touristische Strömungen, die sowohl zeitlich als auch räumlich wenig Parallelen aufweisen, ausmachen:

Es ist dies zum ersten der Kultur- und Festspieltourismus, der auf die Landeshauptstadt zentriert ist und heute als Städtetourismus mit zahlreichen kulturellen Zusatzangeboten (Oster- und Pfingstfestspiele, Mozartwoche, Adventsingen, Christkindlmärkte, Kulturwoche, Jazztage, Jazzherbst, Bergfilmfestival, Buchwoche etc.) belebt und bereichert wurde und letztlich zu einem Ganzjahrestourismus ausgeweitet wird.

Zum zweiten ist es ein ausdifferenzierter, wertschöpfungsintensiver Wintertourismus, der seine Zentren im Pinzgau (Zell am See, Kaprun, Neukirchen, Saalbach), Pongau (Radstadt, Altenmarkt, Zauchensee, St. Johann, Tauern) und Lungau (St. Martin, Tamsweg, Katschberg) hat und sich durch hohe Qualität und zunehmende Vernetzung auszeichnet. Inkludiert ist das einzige Gletscherskigebiet Salzburgs (Kaprun), welches Ganzjahresskilauf ermöglicht.

Und drittens ist es ein naturbezogener Wander- und Bergtourismus im „National Park Hohe Tauern” (Nationalparktourismus), der den alpinen Sommertourismus beleben soll, da die klassische „Sommerfrische”[3587] als touristische Kulturform eher stagniert. Ein innovativer Thermentourismus, der als klassische Form von Kur- und Bädertourismus wie in Bad Gastein Tradition hatte, wird erst langsam erkennbar. Der heute damit in Verbindung stehende Wellness- und Gesundheitstourismus ist im Vergleich zu anderen österreichischen Regionen – etwa der Thermenregion in der Steiermark – noch eher wenig ausgeprägt.

Betrachten wir dazu die Entwicklung der Nächtigungszahlen von 1987 bis 1998:[3588]

Abbildung 10.3. Nächtigungen in Millionen

Nächtigungen in Millionen

Diese insgesamt breite inhaltliche Struktur des Tourismus mit zahlreichen Standbeinen und Nischenprodukten ist zweifelsfrei ein erheblicher Wirtschaftsfaktor innerhalb des Bundeslandes Salzburg. Die Einnahmen aus dem Tourismus und seinen Folgesektoren (Verkehr, Bauwirtschaft, Handel und Gewerbe) sind mit einer „Tourismusdichte” von 40 Nächtigungen von In- und Ausländern nach Tirol an zweiter Stelle in Österreich und haben mit 30 Ausländerübernachtungen die Funktion des Devisenbringers übernommen. Die Tourismuseinnahmen belaufen sich auf ca. 2.5 Milliarden Euro (35 Milliarden ATS), was zu Deviseneinnahmen von 4070 Euro (56.000 ATS) pro Einwohner führt [der Durchschnitt liegt in Österreich bei 1380 Euro (19.000 ATS)]. Diese beachtliche Wertschöpfung führt zu relativ konstanter Beschäftigungsentwicklung im Dienstleistungssektor Tourismus.

Abbildung 10.4. Einnahmen aus dem Tourismus im Salzburger Land in Milliarden Schilling

Einnahmen aus dem Tourismus im Salzburger Land in Milliarden Schilling

So überzeugend diese volkswirtschaftlichen Daten sind, so ernüchternd ist die betriebswirtschaftliche Datenlage, da die Eigenkapitalquote in Tourismusbetrieben gering anzusetzen ist. So droht nach Hartl[3589] 17 die schlechte Eigenkapitalssituation, die nicht nur für die Betriebe der oberen Qualitätsklassen (im Alpenraum) gilt, zum Pferdefuß für die künftige Entwicklung der Hotellerie zu werden. Neben den unmittelbaren ökonomischen Effekten sind auch deutliche indirekte Effekte des Tourismus auszumachen, da die primäre Tourismusindustrie rund 145 Mill Euro (2 Milliarden ATS) investiert und sich dies auf folgende Sektoren verteilt:[3590]

Abbildung 10.5. Investitionen der Beherbergungsbetriebe in Salzburg (Gesamtinvestitionsvolumen 1872,9 Mio Schilling

Investitionen der Beherbergungsbetriebe in Salzburg (Gesamtinvestitionsvolumen 1872,9 Mio Schilling

Aber auch Zusatzausgaben der Touristen – die für Hotel und Gastronomie im Schnitt Euro 73 (1.000 ATS) pro Tag ausgeben – bringen für einzelne Sparten erhebliche zusätzliche Einkünfte und tragen so zur Kaufkraftstärkung in touristischen Regionen bei.

Abbildung 10.6. Zusatzasugaben von Nächtigungsgästen im Winterhalbjahr 1997/1998 (Gesamt 3.646,7 Mio Schilling)

Zusatzasugaben von Nächtigungsgästen im Winterhalbjahr 1997/1998 (Gesamt 3.646,7 Mio Schilling)

Abbildung 10.7. Zusatzausgaben von Nächtigungsgästen im Sommerhalbjahr 1997 (Gesamt 1.665,1 Mio Schilling)

Zusatzausgaben von Nächtigungsgästen im Sommerhalbjahr 1997 (Gesamt 1.665,1 Mio Schilling)

Neben dieser ökonomischen Funktion – mit den beiden unterschiedlich gelagerten Bilanzierungsebenen (volkswirtschaftlich versus betriebswirtschaftlich) – hat der Tourismus deutliche Effekte auf sozialer, kultureller und ökologischer Ebene, die höchst kontrovers diskutiert und bevorzugt negativ geschildert werden. Dies geschieht insofern, als die Lebensinteressen und Lebensgewohnheiten – Lebensrhythmen der Einwohner, die so genannten „Bereisten” – in hochtouristischen Regionen wesentlich beeinflusst werden. Eine Polarisierung der Meinungen tritt vor allem bei soziokulturellen Effekten auf, da Traditionen und Alltagsleben der Bereisten, insbesondere in den ländlichen Regionen mit ihren gewachsenen Strukturen, einem erheblichen Veränderungsdruck ausgesetzt sind. Die sozialzerstörerischen Folgen schildert in dramatisierender Weise etwa Hans Haid – ein bekannter Volkskundler mit spezifischer Ideologie -, wenn er meint: „Die Alpenmenschen sollen dienen, Wiesen mähen, braungebrannte Holzhäuser konservieren, in Tracht jodeln, den Pornostadl öffnen, heil und geil am Jägerzaun warten, geduldig alles ertragen …”[3591]

Neben verbalen Attacken zu den touristischen Auswirkungen in den Alpenregionen („Aufstand der Bereisten”) existiert eine breite Palette von Vorwürfen, Thesen und Anschuldigungen an den Tourismus und zwar auf sozialer, kultureller und ökologischer Ebene, die sich auf folgende Thesen reduzieren lässt.[3592]

  1. Durch Tourismus drohe ein Kulturverlust, da jeder Tourismus die Zielregion verändere. Gegenthese: Tourismus fördert das Bewusstsein der eigenen (Regional-) Kultur; es kommt zu einer Art „Kulturverstärkung”.

  2. Durch Tourismus verkomme das regionale Brauchtum; Folklore wird zum Folklorismus (Verkitschung), da die sinnstiftende Funktion über die Inszenierung verloren geht. Gegenthese: Alte Bräuche werden neu inszeniert und damit die regionale Identität und Mentalität auf ein aktuelleres Fundament gestellt.

  3. Tourismus führe zu einer (unerwünschten) Dominanz des Kommerzdenkens, da Amortisationsdruck und Arbeitsplatzsicherung im Vordergrund stehen. Gegenthese: Der Tourismus bringt Arbeitsplätze und stärkt die regionale Ökonomie und Kaufkraft.

  4. Tourismus bedrohe und zerstöre intakte Gemeinschaften sowie gewachsene Sozialstrukturen, da die Autonomie der Bereisten einem erhöhten Veränderungsdruck ausgesetzt ist. Gegenthese: Die Möglichkeit heutiger Mobilität hat darauf grundsätzlich viel größere Auswirkungen; es besteht vielmehr die Chance, dass neue Gemeinschaften entstehen können.

  5. Tourismus verändere Identität und Mentalität der Bereisten, da es durch Fremde zur Überfremdung (Entfremdung) des Selbst komme. Gegenthese: Durch den Vergleich mit dem Fremden wird die eigene, regionale Identität bewusster und damit verstärkt.

Erste empirische Studien, aber auch Meinungsumfragen (Einstellungsstudien gegenüber dem Tourismus) konnten diese Thesen und Vorwürfe in dieser Allgemeinheit nicht bestätigen.[3593]

Betrachten wir nach dem Exkurs zu den Folgen und Nebenfolgen des Tourismus kurz einige seiner Strukturmerkmale, seine quantitative Ausprägung und seine jüngsten Entwicklungen im Bundesland Salzburg:

Die Tourismusentwicklung der letzten 10 Jahren zeigt uns, dass im Schnitt 20 Millionen Nächtigungen von inländischen und ausländischen Besuchern zu verzeichnen waren, was insgesamt einen Rückgang, bezogen auf die Saison 1980/81, von rund 2,5 Millionen Nächtigungen bedeutet. Der konkrete Verlauf der Nächtigungsentwicklung nach Sommer- und Wintersaison kann den nachstehenden Statistiken entnommen werden. Der tendenzielle Rückgang in den Nächtigungszahlen konnte zwischenzeitlich zwar gestoppt werden. Er lässt sich insgesamt sowohl auf die sinkende Anzahl der Ankünfte als auch kürzere Aufenthaltsdauer, die sich von 5,2 Tagen auf 4,8 Tage verringerte, zurückführen. Derzeit entfallen auf jeden Salzburger rund 40 Nächtigungen, wobei sich die Nächtigungen aus 30 Auslandsübernachtungen und 10 Inlandsübernachtungen zusammensetzen. Das Salzburger Land liegt damit hinter Tirol (54 Nächtigungen) an zweiter Stelle innerhalb Österreichs, das einen Schnitt von 10 Nächtigungen pro Einwohner ausweist.

Diese beachtliche Tourismusintensität hat zu einer ebenso beachtlichen Entwicklung innerhalb der touristischen Infrastruktur geführt. Diese umfasst nicht nur den Ausbau der Bettenkapazität, bei einer Auslastungsquote von 26,1 % im Jahr 1998 (im Vergleich zum Österreich-Schnitt von 24,7 % etwas besser),[3594] sondern auch den Ausbau freizeitbezogener Infrastrukturelemente wie Strand- und Hallenbäder, Seilbahnen, Liftanlagen, Skipisten und Loipen einschließlich der Skischulen sowie verschiedenste Sportanlagen, vor allem Golf-, Reit- und Tennisplätze. Diese tourismusbezogenen Einrichtungen tragen letztlich auch zur Erhöhung der Lebensqualität der Einwohner bei und sind Zeichen eines standortbezogenen hohen Freizeitwertes einer Region.

Abbildung 10.8. Entwicklung der Bettenauslastung in %

Entwicklung der Bettenauslastung in %

Wo liegen nun die Herkunftsmärkte der Gäste für das Bundesland Salzburg?

Abbildung 10.9. Gästenächtigungen nach Herkunftsländern in % (Wintersaison)

Gästenächtigungen nach Herkunftsländern in % (Wintersaison)

Abbildung 10.10. Gästenächtigung nach Herkunftsländer in % (Sommersaison)

Gästenächtigung nach Herkunftsländer in % (Sommersaison)

Der zwar breite Nationen-Mix der Gäste aus den europäischen Staaten (die USA haben lediglich eine Gästeanteil von 3 %) wird von zwei Ländern dominiert: 50 % der Salzburgbesucher kommen aus Deutschland und rund 25 % aus Österreich. Die konkrete Verteilung der restlichen Nationen und zwar nach Sommer- und Wintersaison gegliedert, sind den beiden Grafiken „Gästenächtigungen nach Herkunftsländern” zu entnehmen.[3595]

Werfen wir abschließend – trotz mancher (statistischer) Bedenken – einen Blick auf das Reiseverhalten der Salzburger und ziehen hierfür die aktuelle österreichische Tourismusanalyse heran, so zeigt sich eine Reiseintensität von rund 50 % der Salzburger, d.h. jeder Zweite bleibt im Urlaub zu Hause, wobei sich der Prozentsatz der Nicht-Vereisenden relativ konstant hält und eher unabhängig von wirtschaftlichen und konjunkturellen Entwicklungen sein dürfte. Monetäre Einflüsse auf das Reiseverhalten werden zum einen durch Rückgriffe auf Einkommen ausgeglichen oder durch veränderte Zieldestinationen oder Aufenthaltsdauer bzw. über Häufigkeit der Reisen im Jahresdurchschnitt kompensiert. Das Phänomen der Nichtreisenden dürfte eher ein sozialpsychologisches Syndrom sein, wenngleich Detailauswertungen zeigen, dass die ungleiche Verteilung der Reiseintensität durch folgende Faktoren mitbestimmt wird: Unter den Nichtreisenden befinden sich höhere Anteile von Personen mit geringerem Einkommen, eher Personen aus ländlichen Regionen sowie Personen, die der älteren Generation angehören.

Das meist besuchte Urlaubsland ist nach wie vor das Inland, das heißt die Salzburger bleiben in Österreich, wenngleich sich die Nachfrage nach dem Inlandsurlaub von 30 % in den 80er Jahren auf 15 % 1999 deutlich verringert hat. Im Inland dominieren nach wie vor Kärnten und die Steiermark als bevorzugtes Reiseziel.

Bei den Auslandreisen der Salzburger dominiert Italien als Reiseland, gefolgt von Griechenland und heute wieder verstärkt das ehemalige Jugoslawien, der Türkei und Spanien. Bei den außereuropäischen Destinationen zählen Nordafrika und die Karibik vor Asien und den USA bzw. Kanada zu den Topdestinationen.

Verwendete Literatur:

[Bachleitner/Keul 1997] Bachleitner, Reinhard; Keul, Alexander G.: Tourismus in der Krise? Der Fremdenverkehr Salzburgs im Spannungsfeld von Differenzierung und Pluralisierung. In: Dachs, Herbert; Floimair, Roland (Hg.): Salzburger Jahrbuch für Politik 1997. Salzburg 1997 (Schriftenreihe des Landespressebüros / Sonderpublikationen 135a), S. 68–91.

[Bachleitner/Penz 2000] Bachleitner, Reinhard; Penz, Otto: Massentourismus und sozialer Wandel. Tourismuseffekte und Tourismusfolgen in Alpenregionen. München [u. a.] 2000.

[Bachleitner/Weichbold 2002] Bachleitner, Reinhard; Weichbold, Martin: Immer wieder Alpen? Anfragen zur Nachfrage im Alpentourismus. In: Luger, Kurt; Rest, Franz (Hg.): Der Alpentourismus. Entwicklungspotentiale im Spannungsfeld von Kultur, Ökonomie und Ökologie. Innsbruck [u. a.] 2002, S. 213–226.

[Bachleitner 1998] Bachleitner, Reinhard: Freizeit – Tourismus – Sport: Zur Entdifferenzierung und Pluralisierung in der Postmoderne. In: Preglau, Max; Richter, Rudolf (Hg.): Postmodernes Österreich? Konturen des Wandels in Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Kultur. Wien 1998 (Schriftenreihe des Zentrums für Angewandte Politikforschung 15), S. 267–288.

[Bachleitner 1999] Bachleitner, Reinhard: Tourismus: Motor des Modernisierungsprozesses im Bundesland Salzburg? In: Dachs, Herbert; Floimair, Roland (Hg.): Salzburger Jahrbuch für Politik 1999. Salzburg [u. a.] 1999 (Schriftenreihe des Landespressebüros / Sonderpublikationen 158), S. 135–150.

[Bässler 1989] Bässler, Roland: Freizeit und Sport in Österreich. Trends im Freizeitverhalten der Bevölkerung unter besonderer Berücksichtigung des Sports. Wien 1989.

[Bässler 1997] Bässler, Roland: Sportausübung in Salzburg. Eine Analyse nach Sportarten. Wien 1997.

[Garhammer 2001] Garhammer, Manfred: Wie Europäer ihre Zeit nutzen. Zeitstrukturen und Zeitkulturen im Zeichen der Globalisierung. Berlin 2001.

[HaasH/Hoffmann/Luger 1994] Haas, Hanns; Hoffmann, Robert; Luger, Kurt (Hg.): Weltbühne und Naturkulisse: Zwei Jahrhunderte Salzburg-Tourismus. Salzburg 1994 (Schriftenreihe des Landespressebüros, Sonderpubl. 115).

[HaidH 1997] Haid, Hans:Goa in den Alpen – Mit Mut, Witz und Widerstand für eine ökologische Regionalentwicklung. In: Kreib, Yörn; Ulbrich, Angela (Hg.): Gratwanderung Ökotourismus. Strategien gegen den touristischen Ausverkauf von Kultur und Natur. Giessen 1997, S. 30–43.

[HaidH 1992b] Haid, Hans: Tatort Alpen. Über die Auswirkungen des Tourismus in der „Ersten Welt“. In: Gnaiger, Erich; Kautzky, Johannes (Hg.): Umwelt und Tourismus. Wien [u. a.] 1992 (Reihe des Umweltforums Innsbruck 1), S. 245–249.

[HartlF 2002] Hartl, Franz: Der Tourismus im Wandel – schaffen wir den Turn-Around? In: Luger, Kurt; Rest, Franz (Hg.): Der Alpentourismus. Entwicklungspotentiale im Spannungsfeld von Kultur, Ökonomie und Ökologie. Innsbruck [u. a.] 2002, S. 227–244.

[Hradil/Immerfall 1997] Hradil, Stefan; Immerfall, Stefan (Hg.): Die westeuropäischen Gesellschaften im Vergleich. Opladen 1997.

[Salzburger Land Tourismus 2002] Salzburger Land Tourismus (Hg.): Marketingkonzept Salzburger Land. Salzburg 2002.

[NowotnyH 1995] Nowotny, Helga: Eigenzeit. Entstehung und Strukturierung eines Zeitgefühls. 2. Aufl. Frankfurt am Main 1995 (Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft 1052).

[Magistrat der Stadt Salzburg 2000] Magistrat der Stadt Salzburg, Amt für Statistik und Zentralverwaltung (Hg.): Salzburg in Zahlen 3/ 2000: Kultur, Unterricht, Bildung und Sport im Jahre 1999. Salzburg 2000.

[WeberM 1984] Weber, Max: Asketischer Protestantismus und kapitalistischer Geist. In: Heckmann, Friedrich; Kröll, Friedhelm (Hg.): Einführung in die Geschichte der Soziologie. Stuttgart 1984, S. 134–152.



[3574] Zudem sind die erwerbsgebundenen Arbeitszeiten durch Weg-Zeiten, Rüstzeiten und Fortbildungszeiten gestiegen (vgl. [Garhammer 2001], S. 377ff.) und neue Zeitbindungen kommen dazu wie Hausarbeit, Konsumzeiten, Lebensorganisationszeiten, womit sich für die BRD eine Durchschnittsarbeitszeit von 43,1 Stunden errechnet.

[3575] Vgl. [Garhammer 2001], S. 377ff.

[3576] [WeberM 1984], S. 134–152.

[3577] So nimmt heute das so genannte Frühstücksfernsehen zu, es ersetzt teilweise die Zeitungslektüre (vgl. [Garhammer 2001], S. 399).

[3578] In den letzten Jahren sind die Angaben zu Tätigkeiten, die man in der Freizeit ausübt, gestiegen, was jedoch nicht gleichbedeutend mit dem automatischen Ansteigen der Aktivitäten oder gar der Freizeit ist.

[3579] Zu häuslichen Freizeitaktivitäten zählen entsprechend ihren quantitativen Anteilen: Fernsehen, Kommunikation/Gespräche, Ausruhen, Lesen, persönliche Hobbys.

[3580] Vgl. [Bässler 1997], S. 6.

[3581] Wegen der geringen Stichprobengrößen in den Segmenten „große Familie mit Kleinkind“ und „kleine Familie mit Schulkind“ werden diese hier nicht näher analysiert (Vgl. [Bässler 1997], S. 26.).

[3582] Rangfolge nach [Bässler 1997], S. 27.

[3583] Laut IMAS Verbraucher/Freizeit Studie 1998 besuchen rund 26 % der Österreicher angeblich regelmäßig oder ab und zu – was immer das bedeuten mag – ein Kino; wöchentlich sind es nur 2,6 Prozent.

[3586] Vgl. [Bachleitner/Penz 2000].

[3587] Vgl. [HaasH 1994], S. 40–43.

[3589] Vgl. [HartlF 2002], S. 231.

[3592] Vgl. ausführlich dazu: [Bachleitner 1999], S. 135–150.

This document was generated 2021-11-29 17:48:05 | © 2021 Forum Salzburger Volkskultur | Impressum