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12.11. Heinrich D. Kiener: Braukunst und Volkskultur

Dr. Heinrich D. Kiener (Geschäftsführender Gesellschafter der Stieglbrauerei zu Salzburg) übersandte am 17. Juni 2003 ein schriftliches Statement an das Referat Salzburger Volkskultur.

Sie bezeichnen Ihr Bier als „das Salzburger Bier“. Welche Gedanken verbinden Sie damit?

Wir bezeichnen unser Stiegl-Bier als „das Salzburger Bier“. Und das mit voller Überzeugung, denn die Stiegl-Geschichte ist eng mit der Geschichte Salzburgs verbunden. Im Jahr 1492 entdeckte Columbus Amerika und in Salzburg begann man im „Haus bey der Stiegen“ – benannt nach einer kleinen Stiege zum Almkanal – Bier zu brauen. Vieles hat sich in der Zwischenzeit verändert. Aber damals wie heute wird unser „Stiegl“ von Braumeister Ernst Schreiner streng nach dem Reinheitsgebot von 1516 und vor allem „nur“ in Salzburg gebraut. Aber nicht nur deshalb bezeichnen wir unser Bier als „das Salzburger Bier“. Ein weiterer Grund liegt darin, dass wir unser Bier mit reinem Quellwasser vom nahen Untersberg brauen. Dieses Wasser, hochwertige, heimische Sommerbraugerste, Hopfen aus den besten Anbaugebieten und natürlich die überlieferte „Braukunst“ mit 12° Stammwürze machen den besonderen Geschmack unseres Bieres – des Salzburger Bieres – aus.

Zu Ihrer Firmenideologie gehört es, Tradition und Innovation zu verbinden – wie gelingt Ihnen das?

Wir „Stiegler“ sind auf die jahrhundertelange Tradition unserer Brauerei stolz. Die Anfänge liegen über 500 Jahre zurück, in denen sich sehr viel getan hat, aber eines ist gleich geblieben, nämlich dass die Eigentümerfamilie seit Generationen für Qualität und Genuss steht. Das Geheimnis unseres Erfolges war und ist es, dass wir die Erneuerung aus der Tradition heraus entwickeln und Wachstum stets nur unter der Voraussetzung konstant hoher Bierqualität anstreben.

Ein gutes Beispiel ist hier sicherlich unser neues „altes“ „Stiegl-Spezial“ in der Bügelverschlussflasche, das wir im Mai 2003 auf den Markt gebracht haben. Unser Braumeister Ernst Schreiner stieß vor einiger Zeit auf eine 100 Jahre alte Rezeptur für „Stiegl-Spezial“, dem Lieblingsbier meines Großonkels. Heute brauen wir diese Bierspezialität nach diesem Original-Rezept von damals. Auch bei der Verpackung haben wir uns an die „die gute alte Zeit“ gehalten: Wir füllen „Stiegl-Spezial“ in eine formschöne Bügelverschlussflasche.

Sie setzen mit dem Maibaumaufstellen einen wichtigen volkskulturellen Aspekt in der Stadt Salzburg. Welche Ziele verfolgen Sie damit?

„Traditionen muss man pflegen und in die Zukunft tragen.“ Getreu diesem Motto lassen wir hier in der Stieglbrauerei heimisches Brauchtum immer wieder aufleben. Unsere über 500-jährige Tradition „verpflichtet“ uns geradezu, Brauchtum zu pflegen und zu fördern. Das Maibaumaufstellen ist in der Reihe unserer Brauchtumsaktivitäten sicherlich „der“ Höhepunkt. Tausende Salzburgerinnen und Salzburger sind jedes Jahr dabei, wenn das „Symbol der Fruchtbarkeit“ auf der Stiegl-Wiese aufgestellt wird – übrigens jedes Jahr mit Unterstützung eines anderen Salzburger Brauchtumsvereins. Das Mitwirken der Trachtenmusikkapelle Maxglan und der Festungsprangerstutzenschützen wurde zur lieb gewonnenen und vor allem nicht mehr wegzudenkenden Tradition.

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