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7.3. Hella Hoffmann im Gespräch mit ihrem Sohn

Hella Hoffmann im Gespräch mit ihrem Sohn Univ.-Prof. Dr. Robert Hoffmann. Weihnachten in einem Salzburger Beamtenhaushalt (ca. 1910 bis 1920)

Vorbemerkung

Das Interview führte Univ.-Prof. Robert Hoffmann mit seiner Mutter Hella Hoffmann (1905–1994 in Salzburg) am 24. Dezember 1988. Die Niederschrift ist sprachlich leicht geglättet und gekürzt. Eingefügt wurden einzelne Passagen aus anderen Interviews, die ebenfalls einen Weihnachtsbezug aufweisen.

Interview

R: Ich möchte heute von Dir hören, wie es früher zu Weihnachten gewesen ist. Was ist Deine früheste Weihnachtserinnerung?

M: Das früheste Weihnachten, da waren wir noch in der Westbahnstraße [Anm.: heute Rainerstraße] und da kann ich mich erinnern, dass die Mutter immer sehr geheimnisvoll umgetan hat, und dass wir versucht haben, einen Spalt der Wohnzimmertüre aufzumachen. Ja, deshalb hat der Vater abends mit uns spazieren gehen müssen und da sind wir zum Adventsingen, aber damals hat es Turmblasen geheißen.

R: Wo war das?

M: Das war auf der „Katz“ [Anm.: Bastion oberhalb von St. Peter], so wie jetzt. Und dann, wenn wir heimgekommen sind, haben wir zuerst eine Würstelsuppe kriegt und erst danach ist beschert worden. Das Mädel [Anm.: Dienstmädchen] ist auch bei uns gesessen immer am Heiligen Abend, da hat’s auch bei uns sein dürfen. Na, und dann hat das Glockerl geläutet, das war ein extriges Christkindlglockerl, und dann haben wir rüber gehen dürfen. Dann waren wir entweder enttäuscht oder sehr erfreut. Ich hätte mir einmal eine Babypuppe gewünscht, die habe ich aber nicht gekriegt, sondern einen Teddybären. Zuerst wollte ich traurig sein, dann habe ich mir gedacht: „Na, die Mutter kränkt sich dann, wenn ich traurig bin“, und habe halt den Weihnachtsabend so rübergebracht.

R: Ist das der zerfledderte Teddybär, den es noch immer gibt?

M: Ja, ja, der Petzi! Den darfst Du nie wegschmeißen!

R: Eh nicht. Und was hat es sonst immer gegeben zu Weihnachten? An Geschenken?

M: Weihnachten ist immer auch Kleidung geschenkt worden, zu den Spielsachen. Das hat mich immer so verdrossen, weil ich mir immer denkt hab, Kleidung muss ja sein, warum muss ich das immer zu Weihnachten kriegen? Also da habe ich immer, jede Weihnachten beinah, einen neuen Schal und eine Pudelmütze bekommen, also Pudelmütze haben wir früher gesagt, weil so ein Pudel oben gewesen ist. Die hat Mutti immer heimlich gestrickt, aber da haben wir immer die Fäden rumliegen gesehen und somit gewusst, dass wir’s kriegen. Und dann hat sie uns sehr häufig so Überraschungskleiderln, irgendwas Netteres, was nicht grad eine so alltägliche Form gehabt hat, zu Weihnachten gegeben. Da hat's uns immer Maß genommen und dann haben wir’s schon gewusst. „Mach die Augen zu“, dann haben wir die Augen zumachen müssen. Weil, für Spielzeug ist bei uns zu Hause nicht sehr viel Geld ausgeben worden.

R: Was hat es zum Essen gegeben?

M: Zu Mittag hat es jede Weihnachten Erbsensuppe mit Fastenknödeln gegeben. Das war so Brauch früher.

R: Was sind Fastenknödel?

M: Na, Knödeln ohne Wurst.

R: Aha, einfach so. Ohne Sauce?

M: Ja, ohne allem. Und eine Erbsensuppe. In der Erbsensuppe war der Knödel drinnen. Habe ich nicht gerne gegessen, nein. Aber dann sind ja belegte Brote nachmittags gerichtet worden, also, Berge. Berge! Sind auch immer gegessen worden.

R: Für abends?

M: Für abends. Da haben wir zuerst eine Nudelsuppe und ein Würstel gehabt und dann gab es die belegten Brote. Aber da ist alles drauf gewesen, Lachs, Sardinen, Sardellen, Sardellenringe und halt Schinken, Salami. Berge! Und sind auch gegessen worden. Da war immer der Adi auch da, der Zoitl Adi, bei uns. Da waren wir zu sechst.

R: Wieso war der immer da?

M: Ja, weil der in Salzburg in die Realschule gegangen ist und bei uns gewohnt hat.

R: Der ist gar nicht heimgefahren?

M: Nein, am Heiligen Abend ist er lieber bei uns gewesen. Weil halt mehr los war, weil wir Kinder da waren, nicht.

R: Und wer war sonst noch da?

M: Na, das Mädel. Sonst eigentlich niemand. Später, nein auch da nicht, nein. Ja, was haben wir denn sonst am Heiligen Abend gemacht? Na ja, natürlich waren wir sehr aufgeregt.

R: Und wer hat den Christbaum geschmückt?

M: Die Mutter.

R: Und was hat der Vater gemacht?

M: Mit uns spazieren gegangen. Da ist er einfach nicht heimgegangen. Das war furchtbar. „Vater gehen wir heim!“ „Nein!“ Damit die Mutter Zeit hat, nicht. Damit wir nicht immer beim Schlüsselloch gewesen sind.

R: Und wie groß war der Baum?

M: Das war ja so aufregend. Sehr groß. So groß bis an die Decke. Und die Mutter hat den Ehrgeiz gehabt, dass er nur [in] Silber geschmückt war, sonst war nichts drauf als wie Silberkugeln. Wir haben immer einen sehr schönen Baum gehabt, ja. Da hat sie einen Ehrgeiz gehabt.

R: Und keine Zuckerln am Baum?

M: Doch, in Silberpapier eingewickelte. Die haben wir wickeln dürfen.

R: Wie viele Geschenke habt Ihr bekommen?

M: Na ja. Meine Freundin, die war ein Einzelkind und hat sehr reiche Verwandte gehabt, die hat ja immer so viele Puppen kriegt und Sachen kriegt, und ich habe halt nur eine Puppe kriegt. Und die war nicht sehr groß. Oder einmal wieder einen Teddybären und so weiter. Und da habe ich mich schon leid gesehen, aber auf der anderen Seite war die mit ihrer Mutter allein und wir waren eine große Familie.

R: Und auf Deine Schwester Herta warst Du nie neidig?

M: Ja, die hat schon geschaut, was wir anderen kriegt haben, genau abgeschätzt. Aber sie selbst hat ihr ganzes Leben kein Spielzeug gebraucht.

M: Einen schönen Puppenwagen haben wir einmal kriegt. Mein Gott, der war schön! Ganz weiß, mit so Vorhangerln. Das weiß ich noch, das war das schönste Weihnachten mit dem schönen Puppenwagen.

R: Und bis in welches Alter hast Du Spielzeug bekommen?

M: Na, relativ lange. Später haben wir immer neue Gesellschaftsspiele zu Weihnachten bekommen. Da ist dann am Heiligen Abend ein bisserl gespielt worden, dann auch nicht. Und ich habe halt jeden Weihnachten ein Gedicht aufsagen müssen, solange ich in die Schule gegangen bin. Und da hat einmal meine Lehrerin eines mit 23 Strophen gemacht und da sind die Geschwister schon so nervös worden, weil sie so lange zuhören haben müssen.

R: Sind das die Gedichte aus Deiner Schulzeit am Nonnberg?

M: Ja, vom Nonnberg. Die drei Jahre, wo ich oben am Nonnberg war und auch vorher schon in der Volksschule, habe ich immer Gedichte sagen müssen.

R: Auswendig?

M: Ja, natürlich! Also gegessen ist wirklich das Beste vom Beste worden am Heiligen Abend. Delikatessen und so weiter, da hat die Mutter schon geschaut.

R: Ja, und was habt Ihr dann den Abend über gemacht?

M: Ja, eben Spiele gespielt. Vor der Bescherung, um 6 Uhr abends, ist der Vater mit uns fort gegangen, zum Turmblasen, und dann hat er uns noch ein bissl rumgeführt in der Stadt, dass wir schauen, ob in irgendwelchen Fenstern schon Christbäume brennen. Dort, wo kleinere Kinder waren.

R: Wer hat den Christbaum gekauft?

M: Die Mutter. Den hat dann der Dienstmann gebracht. Da hat sie schon so geheimnisvoll herumgetan. Wir haben einen Balkon gehabt und von dem Tag an, wo der Christbaum am Balkon gewesen ist, ist er abgesperrt gewesen. Daher sind wir vis-à-vis rüber zum Stieglbräu und haben dann genau gesehen, dass wir einen großen Baum kriegen. Weil der ist in der Ecke vom Balkon gelehnt. Früher ist ja so geheimnisvoll umgetan worden.

R: Was habt Ihr dann später am Heiligen Abend gemacht? Seid Ihr in die Mette gegangen?

M: Ja, wie wir dann schon größer gewesen sind, dann sind die Herta und ich in die Mette gegangen. Auch Bruder Herbert.

R: Aber Dein Vater nie?

M: Nein. glaube ich nicht. Da waren aber wir auch schon größer. Zwölf, vierzehn Jahre alt.

R: Habt Ihr am Heiligen Abend gesungen?

M: Nein. Bei uns hat niemand singen können. Und Radio hat es auch keinen gegeben, so ist das ohne singen abgegangen. Dafür habe ich ein Gedicht aufgesagt, nicht.

R: Und dann am nächsten Tag? Am Weihnachtstag, was habt Ihr da gemacht?

M: Am Weihnachtstag war nachmittags eine Kinderjause. Da haben wir welche einladen dürfen und da hat es dann einen Kastanienreis mit Schlag gegeben, und einen Kakao. Da hat die Herta ihre Freundin und ich die Pühringer Käthe. Ja, aber wie ja dann Krieg gewesen ist, hat sich das alles aufgehört natürlich.

R: Wie war das Weihnachtsfest im Krieg?

M: Na, im Krieg war es sehr traurig.

R: Was hat es da für Delikatessen gegeben? Gar keine?

M: Na ja, die Mutter hat schon ein bisschen was aufgetrieben, und zwar war es das höchste, dass sie einmal eine Salami erwischt hat. Weihnachten war schon sehr traurig im Krieg. Das haben wir Kinder sehr gespürt. Übrigens haben wir während des Krieges schon im Herbst Bucheckern gsammelt und dann am Abend, das war immer ganz gemütlich, da haben wir sie dann auslösen müssen. Dann sind’s getrocknet worden und dann ist halt so ein Häuferl zusammkommen. Daraus hat die Mutter zu Weihnachten eine Bäckerei gebacken.

R: Geschenke gab es im Krieg auch weniger?

M: Na, schau, es ist dann immer in den Zeitungen gestanden, von den Soldaten, dass die so arm sind und in den Schützengräben so frieren und so weiter, das ist uns dann in der Schule auch gesagt worden. So durften wir nicht irgendwelche Wünsche haben, weil eben die Soldaten im Krieg draußen sind.

R: Na ja, und am Weihnachtstag, am 25., seid Ihr natürlich auch nicht in die Kirche gegangen, oder schon?

M: Oh ja, ich schon! Ich immer. Na, die Eltern nicht.

R: Dein Bruder Herbert?

M: Ja, der hat sich schon auch hie und da in die Kirche geschlichen.

R: Und die Herta?

M: Na, die Herta nicht! Die Herta hat bald aufgehört. Die war bei den Ursulinen in der Schule und da ist sie eigentlich sehr sekkiert worden. Und warum? Weil die Schwestern gewusst haben, dass mein Vater ein Liberaler, oder wie man damals gesagt hat, ein Nationaler war. Und das haben die dem Kind dann anmerken lassen. Schließlich ist sie in der Schule so schlecht gewesen und hat mit vierzehn Jahren das Gymnasium aufgehört. Die Schwestern am Nonnberg, wo ich in der Schule war, haben genau dasselbe gewusst, wer mein Vater ist usw. und der Vater ist auch nachfragen gekommen, und die haben sich überhaupt nichts anmerken lassen. Die waren froh, dass ich fromm und ein Marienkind gewesen bin.

R: Und was habt Ihr am Weihnachtstag zu Mittag gegessen. Hat es einen großen Braten gegeben?

M: Ja, da hat es einen großen Braten gegeben. Früher da hat man ja nicht so viel Geflügel gehabt, das ist erst nach dem Zweiten Weltkrieg aufgekommen. Nein, da haben wir eine Gans gegessen! Eine Weihnachtsgans. Die hat es immer Weihnachten gegeben. Na ja, im Krieg nicht.

R: Und am Stephanitag? Was ist da gemacht worden?

M: Das kann ich mich nicht mehr erinnern. Da hat, glaube ich, jeder getan, was er will.

R: Wie lange waren die Weihnachtsferien?

M: Im Krieg haben wir immer Ferien gehabt vom 20. Dezember bis 20. Jänner. Da haben sich die Kälteferien drangeschlossen.

R: Das hat Euch nichts ausgemacht?

M: Nein. Aber man hat halt dann doch immer nachholen müssen in der Schule. Vor dem Nonnberg war ich auch bei den den Ursulinen, weil die Schule in der Schwarzstraße ein Lazarett war. Die Kriegsweihnachten, die waren schon schlimm. Da hat keine Stimmung aufkommen können. Es war einfach zu traurig alles, nicht. Es ist ja kaum eine Familie gewesen, nicht, wo jemand gefallen ist oder wer draußen gewesen, im Krieg, nicht.

R: Was habt Ihr in den Weihnachtsferien gemacht? Seid Ihr da Schlittschuhlaufen gegangen, oder was habt Ihr gemacht?

M: Ja, die Geschwister schon, ich habe nicht Schlittschuhlaufen können. Rodeln bin ich gerne gegangen. Wir haben am Rosenhügel gerodelt oder vom Mönchsberg runter.

R: War immer Schnee zu Weihnachten?

M: Ja, und während des Weltkriegs waren es besonders starke Winter. Fast jede Weihnachten haben wir eine Rodel kriegt. Oder es wurden die alten schön hergerichtet wieder.

[...]

M: Nach dem Krieg wurde ich nach Holland zum Aufpäppeln geschickt, mit vierzehn Jahren. Und dort haben sie das Weihnachtsfest noch nicht in der Art gekannt wie wir. Und da habe ich halt so furchtbar geweint, ein paar Tage vor Weihnachten, weil kein Christbaum da war. Dann haben sie einen Christbaum kommen lassen von Deutschland und den Schmuck. Und wie dann Weihnachten gewesen ist, ist der Christbaum dagestanden und da haben sie sich gedacht, ich werde eine Mordsfreude habe, dabei habe ich erst recht das Heulen angefangen, weil ich an daheim gedacht habe. Daheim sitzen sie jetzt beisammen und ... Es war ja immer recht gemütlich bei uns, Weihnachten. Da hat es einen Punsch gegeben, Kinderpunsch.

R: Am Abend?

M: Ja. Aber in Holland war es ganz, ganz, ganz anders. Nur, heute feiern sie auch Weihnachten wie wir! Haben sie neulich im Radio gesagt. Später war ich einmal in England, da feiern sie auch nicht so wie wir. Da habe ich nicht mehr geweint, glaube ich jedenfalls.

R: Und später, als Du schon selbstständig warst und das Rupertihaus [Anm.: Am Hochkönig, um 1938 und danach] geführt hast?

M: Ja, da haben wir immer sehr schöne Weihnachten gehabt. Da habe ich den Christbaum außerhalb vom Fenster des Speisesaals aufgestellt. Ohne elektrisches Licht. Normale Kerzen drauf. Wenn natürlich der Wind gegangen ist, dann hat er sie ausgeweht. Da waren so vierzehn, fünfzehn Gäste da, das Hauptkontingent ist ja erst am nächsten Tag gekommen. Und mit denen war es immer sehr gemütlich. Und nebenan, oben, war eine Wehrmachtshütte und da sind immer die Soldaten runtergekommen, weil ich gesagt habe, wenn sie runterkommen, Bäckerei und Punsch können sie kriegen. Im Krieg! Dann sind oft so dreißig runtergekommen und haben bei uns herunten Weihnachten gefeiert und haben gesungen und so weiter. Das hat die Gäste auch sehr gefreut. Das waren drei Weihnachten so. Dann habe ich das Haus dem Militär übergeben müssen, dann waren solche Weihnachtsfeste nicht mehr möglich. Da bin ich dann wieder zu meinen Leuten heimgefahren.

R: Was war Dein schönstes Weihnachtsfest?

M: Mh. Was wird mein schönstes Weihnachten gewesen sein? Mein Gott na! Schon daheim, als Kinder. Na, weil die Vornervosität, die war schon so zwei Tage vorher immer da. Das Speiszimmer ist abgesperrt gewesen. Das mit einer altdeutschen Garnitur eingerichtete Speiszimmer wurde sonst kaum benutzt. Hier wurde das Weihnachtsfest gefeiert, ansonsten empfingen die Eltern darin ihre wenigen Besuche. Na drum, die schönsten Weihnachten waren die Kinderweihnachten. Das ist so, sagen wir, so eine schöne Erinnerung, wenn man das gehabt hat. Und diese Stimmung, diese aufgeregte Stimmung, das hat die Mutter können, so ein bissl anheizen, so geheimnisvoll machen, zusperren ...

R: Zwei Tage vorher wurde es schon abgesperrt?

M: Ja, ja. Die Mutter hat sich ja wirklich angestrengt mit den Geschenken. Aber gell, natürlich habe ich nicht das gekriegt, was zum Beispiel meine Freundin kriegt hat. Die hat 21 Puppen gehabt.

R: Und sie hat Dir keine davon gegeben?

M: Nein, aber spielen habe ich dürfen. Die hat nicht Puppen spielen wollen. Sie hat überhaupt nicht gern gespielt. Höchstens mit mir ein bissl, aber ich habe mit diesen ganzen Puppen immer gespielt. Da habe ich eine ganze Klasse gehabt. Kinderklasse. Und dann habe ich sie aufgesetzt und alles, ich habe sehr gern gespielt.

R: Ist vom Christkind die Rede gewesen?

M: Ja. Einmal bin ich, da habe ich noch ans Christkind geglaubt, bin ich ins Speiszimmer geschlichen, wo der Christbaum gewesen ist, um noch einmal zu schauen beim Baum, und auf einmal habe ich es knistern gehört. Jetzt bin ich rübergerannt ins Wohnzimmer: „Das Christkind ist noch immer drüben!“, habe ich gesagt, „das Christkind“. Na, jetzt sind sie alle schauen gegangen. Na, es ist kein Christkind da gewesen. „Aber ich habe es bestimmt gehört, bestimmt gehört!“ Ich muss so eine Fantasie gehabt haben.

R: Na, was war dann bei Deiner Mutter das Christkind, wenn sie eigentlich nicht gläubig war?

M: Das hat sie schon gepflegt. Da hat es nichts gegeben. Gläubig? Ich habe mich bei der Mutter nie ausgekannt. (...) Sie war wirklich eine Seele von einer Frau, nicht wahr. Und dann, Mitleid hat sie gleich mit einem jeden gehabt. Und sie hat immer gesagt: „Ich lebe wie jeder Christ lebt und ich seh’ nicht ein, dass ich das alles machen soll!“

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