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3.22. Die „Bartholomä-Wallfahrt“ (Franz Schned)[123]

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3.22.1. Die „Bartholomä-Wallfahrt“: Anfänge und Entwicklung

„Bartholomä-Gehen“, auch „Barthlmä-Gehen“, (am 23./24. August) wurde seinerzeit im Volksmund die Wallfahrt über das Steinerne Meer nach St. Bartholomä am Königssee genannt. Die traditionelle Wallfahrt war durch politische Wirren und Kriegsereignisse (Zweiter Weltkrieg) stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Maria Almer Musikkapelle ließ die alte Tradition 1951 wieder aufleben. Die anfängliche Skepsis verwandelte sich schon im Verlauf der ersten hochalpinen Wallfahrt in Begeisterung.

Die Ursprünge dieser Wallfahrt wurden bisher nur mittels mündlicher Überlieferungen berichtet, doch kennt man nun auch neue Archivbestände dazu. So erzählt man sich von einer großen Pestnot, die im 17. Jahrhundert im Pinzgau geherrscht haben muss. Manche Überlebende sollen an eine „wundersame Errettung“ der Muttergottes auf dem Dürrnberg geglaubt und ein Gelöbnis abgelegt haben – sagt die Legende. Nach einem Unglück am Königssee (1688) endete dort für 71 Pilger die Wallfahrt tödlich. Seither wird beim roten Kreuz an der Falkensteinwand der Verunglückten gedacht.

Am auf die Bartholomä-Wallfahrt folgenden Tag, am 24. August, feiern die Berchtesgadener das Patrozinium der Wallfahrtskirche St. Bartholomä. Nach dem Krieg, um 1948, lebte dieses Fest wieder auf. Bartholomä Kirchweih – der Berchtesgadener spricht sie landläufig als „Bartlmä Kiuweih“ aus – war und ist heute noch der Inbegriff der beginnenden Herbstzeit mit Vorbereitungsarbeiten für den Almabtrieb.

3.22.2. Die Wallfahrten der Berchtesgadener

Seit Jahrhunderten pilgern die Berchtesgadener zur „Lieben Frau vom Kircher-Tal“ (Kirchental, Gemeinde St. Martin bei Lofer). Aus Mirakelbüchern können bereits von 1690 bis 1693 Wallfahrten der Berchtesgadener belegt werden. Vielfach wird der Beginn der Wallfahrt mit einer Engerlingplage in Verbindung gebracht, die offensichtlich bald abgeklungen sein muss. In solchen Notsituationen holten sich die Bewohner gerne Hilfe und Stärkung bei der fürsprechenden Gottesmutter. Noch heute ist diese Überlieferung allgegenwärtig und die Wallfahrt ein lebendiger Brauch. Am 15. Juli (Namenstag des heiligen Heinrich) wurde die Wallfahrt stets durchgeführt. Auch heute noch pilgern alljährlich die Pfarrangehörigen von Bischofswiesen, Schönau am Königssee, Berchtesgaden und Ramsau zur „Heiligen Maria von Kirchental“.

Früher führte die Wallfahrt der Berchtesgadener auch in die Stadt Salzburg und deren Umgebung. In Salzburg waren ihre Bistumspatrone, in Großgmain verehrten sie das Gnadenbild der Gottesmutter und am Dürrnberg war die „thronende Maria“ seit 1347 ihr Ziel. In Jahresabständen gingen sie als sogenannte „Kreuztracht“ nach St. Wolfgang, Maria Alm und Maria Eck.

Seit dem frühen 17. Jahrhundert befinden sich im ehemals fürstlichen Berchtesgaden selbst mehrere Wallfahrtsstätten. Die bedeutendsten und heute noch stark besuchten sind: St. Bartholomä (auf der Halbinsel des Eisbaches), „Unsere liebe Frau am Kunterweg“ (in Ramsau bei Berchtesgaden), „Maria Gern“ (im Gerner Hochtal) und „Maria Ettenberg“ (am Fuß des Untersbergs).



[123] Kurzfassung von Ilona Lindenbauer, Langtext-Version HIER.

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