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3.23. Wallfahrt zu St. Leonhard bei Tamsweg (Anton Heitzmann)[124]

Tipp

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3.23.1. Entstehung und Geschichte

Die Wallfahrt zum heiligen Leonhard bei Tamsweg basiert auf einer Ursprungslegende, nach der die Statue des Heiligen 1421 mehrmals aus der Pfarrkirche Tamsweg verschwunden sein soll und auf dem Abhang des Schwarzenberges in einem Wacholderstrauch wiedergefunden wurde. Wundersame Geschehnisse mehrten die Begeisterung des Volkes, dem Heiligen eine Kirche zu bauen.

Am 20. September 1433 weihte Bischof Johannes Ebser von Chiemsee das von Baumeister Peter Harperger aus Salzburg ausgeführte Gotteshaus, die Leonhardkirche, ein. Die Wallfahrtskirche zog nun viele Wallfahrer an, die anfänglich um Errettung aus Gefangenschaft, Schutz vor Geisteskrankheiten und schließlich seit dem 17. Jahrhundert um Hilfe für ihr Vieh beteten. Schon 1434 ist eine Bruderschaft der „Kramer“ urkundlich erwähnt, die 1460 als „Corporis-Christi- und St. Leonhards-Bruderschaft“ aufscheint und zu ihrer Blütezeit 4.766 eingetragene Mitglieder aufwies. Zwischen 1430 und 1495 wurden der Wallfahrtskirche St. Leonhard acht Ablassbriefe verliehen, wodurch die Attraktivität der Wallfahrt erheblich gesteigert wurde.

Heute wird dieser Ort besonders gerne wegen seiner Kunstschätze aufgesucht. St. Leonhard bei Tamsweg stellt die älteste ununterbrochen besuchte Wallfahrtskirche der Erzdiözese Salzburg dar.

3.23.2. Reliquien und Votivgaben

Diverse Reliquien erhöhen noch die Anziehungskraft des Gotteshauses in St. Leonhard bei Tamsweg – in der Monstranz, die im Tabernakel des Gnadenaltars aufbewahrt wird, befinden sich zum Beispiel Knochensplitter des heiligen Leonhard. Eine weitere Monstranz enthält ein winziges Holzpartikel, das vom Kreuz Christi stammen soll. Die Leonhardstatue bildet jedoch das Zentrum der Verehrung.

Die Beliebtheit des Wallfahrtsortes lässt sich auch an der Palette der vielen Votivgaben ablesen. Diese reicht von Wachsgaben über Naturalien (Flachs, lebende Tiere) bis hin zu Eisenvotiven. Viele dieser Gaben wurden eingeschmolzen und verkauft, sodass heute nur mehr ein kleiner Bruchteil vorhanden ist. Zwei große Opferkerzen aus dem Jahr 1610 sind in St. Leonhard erhalten geblieben.

Die Wallfahrerinnen und Wallfahrer, die nach St. Leonhard Votivgaben mitbrachten oder stifteten, konnten ihrerseits Devotionalien als Andenken erwerben. Unweit vom Anstieg zur Kirche befand sich das sogenannte „Betenmacherhaus“ (Rosenkranz-Erzeuger), in dem unter anderem Wallfahrtsbildchen erworben werden konnten.



[124] Kurzfassung von Ilona Lindenbauer, Langtext-Version HIER.

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