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Kapitel 4. Musik, Wort, Tanz, Institutionen

Inhaltsverzeichnis

4.1. Das Lied im Brauch (Günther Noll)
4.2. Von der Bruderschaft bis zum Musikverband (Günther Noll)
4.3. Musikalische Volkskultur (Günther Noll)
4.4. TraditionenBrüche (Edgar J. Forster, Elisabeth Wappelshammer)
4.5. Die „Salzburger Volksmusiklandschaft“ (Thomas Hochradner)
4.6. Der Fopper (Thomas Hochradner)
4.7. Alm- und Wildschützenlieder in Salzburg (Thomas Hochradner)
4.8. Touristische Musikklischees über Salzburg (Joachim Brügge)
4.9. Lieder der Jugendbewegung (Wolfgang Lindner)
4.10. Die musikalische Spielwiese (Hermann Härtel und Mitarbeiter)
4.11. Der Salzburger Musikantenwirt (Philipp Meikl, Roswitha Meikl)
4.12. Musikerlebnis durch Impulse (Harald Dengg)
4.13. Blasmusik in Salzburg (Manfred König)
4.14. Das Weisenblasen und die Weisenbläser (Willi Sauberer)
4.15. Blasmusikalische Jugendförderung (Peter Porenta)
4.16. Spiel- und Tanzverbote im Erzbistum Salzburg (Gerda Dohle, Andrea Bleyer)
4.17. Der Brauch des Aperschnalzens (Ernst Müller)
4.18. Geh'n ma heut tanz'n? (Wolfram Weber)
4.19. Der Salzburger Fackeltanz (Wolfram Weber)
4.20. Ranggeln im Salzburger Land (Günther Heim)
4.21. Rund um den Maibaum (Wolfram Weber)
4.22. Der nationalsozialistische 1. Mai (Christoph Kühberger)
4.23. Der 1. Mai – ein proletarischer Brauch? (Ewald Hiebl)
4.24. NS-Festkultur (Christoph Kühberger)
4.25. Fest- und Weihespiele der Zwischenkriegszeit (Karl Müller)
4.26. „Das Salzburger Große Welttheater“ (Karl Müller)
4.27. Sommer der Kunst (Mario Jandroković)
4.28. Museum öffne dich (Dagmar Bittricher)
4.29. Das Salzburger Freilichtmuseum (Michael Becker)
4.30. Kunst und Kultur in die Region gebracht (Heinz Kaiser)
4.31. Kulturarbeit auf dem Land (Elisabeth Schneider)
4.32. Identität und Kulturvermittlung (Sylvie Mellot)
4.33. Regionale Kulturarbeit – globaler Anspruch (Hans Steinlechner, Richard Reicher)
4.34. Literarisches Leben in Salzburg (Hildemar Holl)

4.1. Das Lied im Brauch (Günther Noll)

Tipp

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4.1.1. Zwischen Tradition und Strukturwandel

Das Lied nimmt im Brauch die zentrale Vermittlerrolle der ihm jeweils zugrunde liegenden religiösen oder weltlichen Vorstellungs- und Ideenwelt, der sozialen Anliegen, der emotionalen Ausdrucksbedürfnisse, der Inhalte spezifischer regionaler oder überregionaler Traditionen wahr. Es lassen sich an ihm Tradition und Innovation, Bewahrung und Verlust, Reaktivierung, Anpassung oder Neuentwicklung ablesen.

Einerseits werden sehr lange Überlieferungen in strengen Formen gepflegt („Ölberg- und/oder Leiden-Christi-Singen“ in Großarl), andererseits werden alte Liedtraditionen mit Neuschöpfungen verknüpft – z. B. das von Tobi Reiser d. Ä. (1907–1974) begründete Salzburger Adventsingen[146]. In der Faschingszeit entsteht mit der Vermischung von Volks- und Kinderliedgut, alten und neuen Schlagern wie Regionalliedern ein Liedgut, das auch außerhalb des Faschings gesungen wird.

Ein Strukturwandel zeigt sich in den Inhalten und Gattungen des Brauchliedes. Überlieferte Texte werden der Sprache unserer Zeit angepasst, auch Kontrafakturen unterlegt. Neue Gattungen bilden sich heraus (z. B. die Fangesänge in den Sportstadien). Überraschend ist das große Interesse in der Bevölkerung – auch bei Jugendlichen – für alte Brauchgesänge. Das Lied hat als Kommunikationsträger im Brauch seine besondere Stellung und rückt in der kommunalen, regionalen und überregionalen Kulturarbeit ins Bewusstsein.



[146] Anm. der Redaktion, vgl. hierzu „Im Winter und zur Weihnachtszeit“

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